Bei neuen US-Luftangriffen sind laut Berichten iranischer Staatsmedien ein Flughafen und zwei Brücken im Süden des Iran getroffen worden. Die Kahurestan- und die Gariveh-Brücke sind auf den Verkehrsachsen der Provinz getroffen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf die Provinzverwaltung.
Die Straßen zwischen der Hafenstadt Bandar Abbas und den Städten Chamir und Lar sei vollständig gesperrt ebenso wie eine zweite Verbindung in der Region. Bei dem Angriff seien zwei Menschen getötet und vier weiter verletzt worden, hieß es weiter. Es gab keine näheren Angaben zu den genauen Schäden. Laut dem regierungstreuen Sender Press TV wurden insgesamt drei Brücken bei den Angriffen getroffen.
Die Kahurestan-Brücke liegt an der Route, die die Hafenstadt Bandar Abbas mit der Stadt Schiras weiter nordwestlich verbindet und gilt laut „New York Times“ als wichtige Route zwischen der Küste des Persischen Golfs und dem südlichen Landesinneren des Irans.
Das Staatsfernsehen berichtete unter anderem auch von zwei Explosionen in der Stadt Buschehr, wo sich das einzige aktive Atomkraftwerk des Landes befindet. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete zudem US-Angriffe auf Gebiete um Ahwas. Dort sagten Bewohner der Nachrichtenagentur AFP, die zweite Nacht in Folge heftige Angriffe gehört zu haben.
Zudem sei der Flughafen Iranschahr im Südosten des Landes von mindestens einem US-Geschoss getroffen worden, berichtete der Staatssender Irib. Rund um den Flughafen seien drei Explosionen zu hören gewesen. In einem weiteren Bericht war von Luftangriffen auf zwei Brücken in der Nähe der Straße von Hormus die Rede.
Davor hatte das US-Militär für die sechste Nacht in Folge den Start neuer Angriffe gegen den Iran verkündet. Diese seien am Donnerstag um 14 Uhr US-Ostküstenzeit (21.30 Uhr Ortszeit im Iran) aufgenommen worden, teilte das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf X mit. Ziel sei es, „die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen.“ US-Präsident Donald Trump hatte erst diese Woche damit gedroht, die Angriffe im Iran auf Kraftwerke und Brücken auszuweiten.
Iran will Straße von Hormus weiter kontrollieren
Nach den neuen Angriffen und Drohungen der USA gegen den Iran sendet die Führung in Teheran gemischte Signale über mögliche weitere Verhandlungen. Der iranische Parlamentspräsident und Chefverhandler Mohammed Bagher Ghalibaf ließ die Tür dafür offen, mahnte aber zugleich, dass man keine Angst davor haben dürfe, kriegerisch eigene Interessen durchzusetzen.
In der Stellungnahme von Mittwoch, die teilweise im Fernsehen verlesen wurde, betonte er zudem, dass der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus beanspruche. Wegen des Streits um die für den globalen Energiehandel wichtige Meerenge ist der Konflikt wieder eskaliert.
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