Zwei russische Kampfjets haben britischen Angaben zufolge im vergangenen Monat über dem Schwarzen Meer ein britisches Aufklärungsflugzeug „mehrfach und gefährlich“ abgefangen. „Dieser Vorfall ist ein weiteres Beispiel für das gefährliche und inakzeptable Verhalten russischer Piloten gegenüber einem unbewaffneten Flugzeug, das im internationalen Luftraum operiert“, sagte der britische Verteidigungsminister John Healey laut einer Erklärung seines Ministeriums am Mittwoch.
„Dieser Vorfall stellt ein ernsthaftes Risiko für Unfälle und eine Eskalation dar“, fügte Healey hinzu.
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Die russischen Jets vom Typ Su-35 und Su-27 hatten den Angaben zufolge im vergangenen Monat ein Flugzeug vom Typ Rivet Joint der Royal Air Force abgefangen. Dabei sei eine Su-27 zeitweise bis auf sechs Meter an die Nase des britischen Flugzeugs herangekommen, erklärte das Verteidigungsministerium weiter. In dem britischen Flugzeug wurde dabei das Notfallsystem ausgelöst.
Das Aufklärungsflugzeug führte demnach einen Routineflug in internationalem Luftraum als Teil eines Einsatzes Großbritanniens und seiner Verbündeten zur Sicherung der Nato-Ostflanke aus. Die Besatzung habe „die Ruhe bewahrt“ und ihre Mission erfolgreich ausgeführt.
Den Beamten zufolge handelt es sich um den gefährlichsten Vorfall mit einem britischen Rivet-Joint-Flugzeug seit 2022. Damals hatte ein russisches Flugzeug in derselben Region in der Nähe eines britischen Flugzeugs eine Rakete abgefeuert.
Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland hatten mit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine einen neuen Tiefpunkt erreicht. Wiederholt wurden in den vergangenen Jahren wegen Spionagevorwürfen gegenseitig Diplomaten ausgewiesen. Für Aufsehen sorgten in der Beziehung der beiden Länder in der Vergangenheit auch die Vergiftungen der ehemaligen russischen Geheimagenten Alexander Litwinenko 2006 und Sergei Skripal 2018 auf britischem Boden.
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