Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat in der ARD-Sendung „Maischberger“ das Verhältnis der Union zu Grünen, Linkspartei und AfD neu bewertet. Den Anfang machte er mit einer klaren Aussage zur AfD: „Man kann AfD und Linkspartei nicht in einen Topf schmeißen. Die AfD ist die deutlich größere Gefahr.“ Es gebe keine gleich große Distanz zu beiden Parteien – und deswegen müsse eine Regierungsbildung ohne die AfD geben. „Und ich glaube, da haben wir auch in der CDU insgesamt mittlerweile einen neuen Blick drauf.“

Das ist politisch brisant: Im September stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern an. In beiden Ländern liegt die AfD mit Abstand vorn. Eine Mehrheit ohne die AfD ist derzeit jeweils nur für Bündnisse unter Einschluss von CDU und Linken denkbar – obwohl die CDU jede koalitionsähnliche Zusammenarbeit mit der Linken per Parteitagsbeschluss ausgeschlossen hat. Es sei zwar richtig, Beschlüsse zu fassen, die eine Distanz zur Linkspartei dokumentierten, sagte Günther. Aber eben nicht auf Kosten einer Gleichsetzung mit der AfD.

Besonders deutlich wurde Günther beim Thema Robert Habeck. Das „Bashing“ gegen den ehemaligen Bundeswirtschaftsminister sei „maßlos übertrieben“ gewesen, sagte er. „Wir haben ihm in Schleswig-Holstein auch bei vielen Entscheidungen echt viel zu verdanken“, betonte Günther. Er mache auch „keinen Hehl daraus, dass ich mit Robert Habeck als Wirtschaftsminister extrem gut zusammengearbeitet habe und er das professionell gemacht hat“.

Kritischer Blick zurück auf den Bundestagswahlkampf

Günther übte auch grundsätzliche Kritik an der Anti-Grünen-Strategie seiner Partei im Bundestagswahlkampf 2025. „Im Rückspiegel kenne ich eigentlich in der gesamten Unionsfamilie niemanden, der unsere Strategie im letzten Bundestagswahlkampf, die Grünen in Bausch und Bogen zu verdammen, noch für richtig hält“, sagte er. Er glaube, „das empfindet jeder als Fehler“.

Mit Blick auf CSU-Chef Markus Söder, der diese Strategie besonders vertreten hatte, sagte Günther: „Ich weiß nicht, ob Markus Söder das selbst als Fehler eingestehen würde, aber wenn man sich anguckt, wie er sich im Moment wandelt, merkt man ja schon auch, dass sein Blick darauf vielleicht auch ein anderer ist.“ In der aktuellen Bundesregierung gebe es „durchaus auch ein paar Stimmen, die schon sagen, mit den Grünen kann man vernünftig zusammenarbeiten. Und das zeigen die Grünen, finde ich, im Moment auch auf Bundesebene.“

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