Grüne und Linke im Deutschen Bundestag haben empört auf das Ergebnis des AfD-Kandidaten Malte Kaufmann bei der Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses reagiert. „Vermutlich hat fast die Hälfte der CDU im Wirtschaftsausschuss für die AfD gestimmt“, sagte Michael Kellner, Sprecher der Grünen im Ausschuss, dem „Spiegel“. CDU-Wirtschaftspolitikerinnen und -politiker wie die Brandenburger Abgeordnete Saskia Ludwig zeigten inzwischen offen ihre Sympathie für die AfD, so Kellner weiter. „Jens Spahn hat anscheinend seine Fraktion nicht im Griff.“
Auch aus der Partei Die Linke kommt harsche Kritik. „Das heutige Wahlverhalten der Union ist alarmierend und beschämend“, sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Janine Wissler dem „Spiegel“. „Ganz offensichtlich wünschen sich einige Unionsabgeordnete einen stellvertretenden AfD-Ausschussvorsitzenden.“ Die Brandmauer bröckele immer weiter: Im Vergleich zur letzten Wahl im September 2025 habe der AfD-Kandidat um vier Stimmen zugelegt, klagte die Linken-Politikerin. „Die Normalisierung der AfD muss jeden Tag aufs Neue verhindert werden“, forderte sie.
Zwar fiel Kaufmann bei der geheimen Abstimmung an diesem Mittwoch wie schon bei früheren Wahlgängen durch, allerdings bekam er 16 Stimmen, obwohl die AfD nur zehn Sitze hat. Damit wurde er von mindestens sechs Abgeordneten aus anderen Fraktionen unterstützt.
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