US-Vizepräsident J.D. Vance hat die Kritik an der geplanten Reduzierung amerikanischer Truppen in Europa scharf zurückgewiesen – und dabei vor allem europäische Medien attackiert.
„Sehen Sie, mein ganzes Leben lang habe ich von den europäischen Medien ständig Gezeter darüber gehört, was in den USA alles falsch läuft. Wir haben dies nicht, wir haben das nicht, wir geben nicht genug für das Gesundheitswesen aus“, sagte Vance bei einem Briefing im Weißen Haus. „Wenn die europäischen Medien den Präsidenten der Vereinigten Staaten angreifen wollen, müssen sie erst einmal in den Spiegel schauen.“ Europa müsse endlich „mehr Verantwortung“ für die eigene Sicherheit übernehmen.
Auslöser für die deutlichen Aussagen war die Frage eines polnischen Reporters zur Entscheidung der US-Regierung, eine geplante Entsendung von rund 4000 Soldaten nach Polen vorerst nicht umzusetzen. Der Reporter sprach von einem möglichen Widerspruch zu Trumps Zusage, die US-Militärpräsenz in Polen nicht zu verringern, und fragte Vance, warum die Regierung damit Wladimir Putin „belohne“ und einen der engsten europäischen Verbündeten Amerikas bestrafe.
Vance wies diese Darstellung entschieden zurück. Es handele sich lediglich um eine „standardmäßige Verzögerung bei einer Rotation“, sagte der Republikaner. Es sei „nicht korrekt“ zu behaupten, die USA zögen in großem Umfang Truppen ab. Es gehe um eine „sehr kleine und sehr geringfügige Sache“. Die Vereinigten Staaten sprächen darüber, Ressourcen so zu verschieben, dass die amerikanische Sicherheit maximiert werde. Polen sei mit Unterstützung der USA in der Lage, sich zu verteidigen.
Trump habe lediglich gesagt, die USA wollten gute Verbündete, gute Freunde und Handelspartner sein, führte Vance aus. Zugleich sei es „vernünftig“, dass Europa „etwas mehr Verantwortung für seine kontinentale Integrität“ übernehme. Für Europa sei das kein Nachteil, sondern ein Anstoß, mehr für die eigene Sicherheit zu tun: „Das ermutigt Europa, mehr Verantwortung zu übernehmen“, sagte Vance.
Pentagon bezeichnet Polen als „vorbildlichen Verbündeten“
Das Pentagon erklärte unterdessen, die Zahl der US-Kampfbrigaden in Europa werde von vier auf drei reduziert und damit auf den Stand von 2021 zurückgeführt. Dadurch komme es zu einer vorübergehenden Verzögerung bei der Entsendung von US-Streitkräften nach Polen. Das Land sei ein „vorbildlicher Verbündeter“ der USA, teilte Pentagon-Sprecher Sean Parnell mit. Zugleich machte das Verteidigungsministerium die weitere Stationierungsplanung von einer umfassenden Prüfung der amerikanischen Streitkräfte in Europa abhängig.
In Warschau hatte die Entscheidung für Irritationen gesorgt. Nach früheren Berichten sollten die rund 4000 Soldaten für einen auf neun Monate angelegten Einsatz nach Polen verlegt werden. Polen zählt innerhalb der Nato zu den Staaten mit besonders hohen Verteidigungsausgaben, gemessen an der Wirtschaftsleistung, und gilt in Washington traditionell als enger Verbündeter.
Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz erklärte nach Gesprächen mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, dieser habe bestätigt, dass sich das amerikanische Engagement für die Sicherheit Polens nicht ändere. Das Pentagon kündigte an, in enger Abstimmung mit Polen zu bleiben und zu einem späteren Zeitpunkt weitere Details zu nennen.
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