Nach dem Beschmieren einer Moschee in Memmingen am 1. Mai warnt der Moscheeverband Ditib vor weiteren Attacken. Es gebe unter Muslimen in Deutschland die Befürchtung, dass noch Schlimmeres passieren könne, dass Menschen zu Schaden kämen, sagte Ditib-Generalsekretär Eyüp Kalyon dem Berliner „Tagesspiegel“. Seit dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 sei die Zahl der Anfeindungen und Übergriffe massiv gestiegen.

Am frühen Morgen des 1. Mai hatten Unbekannte eine Moschee der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde in Memmingen verschandelt. Mutmaßlich mit Schweineblut hatten sie eine Mauer vor der Moschee, Teile der Fassade und des Geländes beschmiert. Zudem hatten sie einen Schweinekopf auf das Symbol des Halbmondes gespießt.

Vorwürfe gegen die Politik

Übergriffe wie in Memmingen seien ein Signal: „Ihr gehört hier nicht dazu“, sagte der Ditib-Generalsekretär. Er beklagte mangelnde Solidarität und „dass die Politik und staatliche Akteure das Phänomen entweder ignorieren oder zumindest relativieren“. Die Politik müsse die Sorgen der Muslime gleichermaßen wahrnehmen wie bei anderen Glaubensgemeinschaften.

Wenn es Solidarität gebe, dann meistens nur lokal, sagte Kalyon. Am Abend nach dem Angriff hatten sich mehrere hundert Memminger Bürger zu einer Solidaritätsaktion zusammengefunden.

Oberbürgermeister Jan Rothenbacher (SPD) nannte die Tat eine „ungeheuerliche Respektlosigkeit“, der evangelische Dekan Christoph Schieder eine „gezielte Attacke“ und „Ausdruck einer islamfeindlichen Haltung“. Auch der CSU-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, bezeichnet die Tat als „absolut inakzeptabel“.

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