Beim diesjährigen Deutschen Katholikentag in Würzburg wurden – wie bereits in den Vorjahren – keine Vertreter der AfD eingeladen. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz verteidigte die Maßnahme. Die Kirche stehe für Schwächere, Bedrängte und Menschen in Not ein.

„Es kann nicht darum gehen, Menschen auszugrenzen“, mahnte Bischof Heiner Wilmer. So könnten öffentlich geäußerte Parolen wie „Deutsches Blut auf deutschem Boden“ nicht geduldet werden: „Das erinnert uns an die dunkelste Vergangenheit.“ Wichtig sei, gegen extremistische Positionen von vornherein klare Kante zu zeigen: „egal, von welcher Seite, ob von rechts oder von links“.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) wollte den Vorgang in Würzburg nicht kommentieren, meinte aber: „Es gibt durchaus Positionen bei der AfD, die ich schwierig finde, mit dem christlichen Menschenbild zu vereinen.“

Zeitgleich mit dem Katholikentag kam jedoch ein AfD-Politiker dem geistlichen Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche näher als die Gläubigen in Deutschland, wie nun bekannt wird: Malte Kaufmann wurde am Freitag im Vatikan von Papst Leo im Rahmen einer Audienz der Parlamentarier der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) empfangen.

Kaufmann postete stolz ein Foto von sich und dem Papst auf der Online-Plattform X und schrieb: „Ich habe ihm erklärt, dass die AfD für die Familie und christliche Werte kämpft. Er war froh, dies zu hören und hat sich dafür bedankt.“

Zudem veröffentlichte der AfD-Bundestagsabgeordnete ein Video, das ihn auf den Straßen des abendlichen Roms zeigt. Derzeit ist der Katholikentag in Deutschland und er finde es „unmöglich“, dass die AfD dort ausgeschlossen wurde. „Das ist natürlich wieder eine Spaltung der Gesellschaft, was da fabriziert wird von der katholischen Kirche“, so Kaufmann.

Doch er habe heute die Gelegenheit gehabt, im Vatikan bei einer Audienz dabei zu sein und dem Papst zu erklären, was die AfD wirklich möchte. „Wir kämpfen für die Familie, für christliche Werte in Deutschland. Das ist unser Anliegen als konservative Kraft.“ Der Papst habe sich sehr dafür bedankt. „Von daher war das eine gute Gelegenheit, mal das falsche Bild, was über die AfD verbreitet wird, zurechtzurücken“, findet Kaufmann.

Bei dem Treffen mit dem Papst wurde über die Bekämpfung von Drogenkriminalität im Bereich der OSZE und ihre Verharmlosung im Internet beraten. Kaufmann ist Mitglied der deutschen Delegation in der OSZE-Parlamentarischen Versammlung.

Katholikentag seit Jahren ohne AfD-Politiker – mit einer Ausnahme

Der Katholikentag findet seit Jahren ohne Vertreter der AfD statt. Eine Ausnahme gab es im Jahr 2018 in Münster: Der religionspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, wurde damals zu einem Podium eingeladen — mit der Begründung, dass alle im Bundestag vertretenen Parteien vertreten sein sollten. Die Einladung sorgte intern und öffentlich für heftige Debatten.

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