Die aktuell geltende Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll nach US-Angaben um 45 Tage verlängert werden. Das teilte ein Sprecher des US-Außenministeriums auf der Plattform X mit. Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht.

Die USA hätten den Angaben zufolge zwei Tage lang „äußerst produktive Gespräche“ zwischen Israel und den USA ausgerichtet. Die Verhandlungen würden am 2. und 3. Juni wieder aufgenommen. Zudem sei ein Sicherheitsdialog mit Militärdelegationen beider Länder vereinbart worden. Man hoffe, dass somit die „Schaffung echter Sicherheit“ entlang der gemeinsamen Grenze vorangebracht werde.

Die brüchige Feuerpause gilt seit dem 17. April und wäre eigentlich am Sonntag ausgelaufen. Libanon und Israel hatten sich damals nach Gesprächen auf Diplomatenebene erstmals auf eine Waffenruhe geeinigt. Diese war in den vergangenen Wochen von beiden Seiten mehrfach verletzt worden.

Die Verlängerung der Waffenruhe wurde an diesem Freitag nach einer dritten Gesprächsrunde zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern in Washington bekanntgegeben.

Seit Mitte April führen der Libanon und Israel zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkte Gespräche auf politischer Ebene. Sie werden von den USA in Washington vermittelt. Israel strebt dabei langfristig einen Friedensprozess mit dem Libanon an. Es will vor allem auch eine dauerhafte Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah durchsetzen.

Die libanesische Regierung, die keine aktive Kriegspartei ist, pocht vor allem auf Deeskalation und eine dauerhafte Waffenruhe. Eine Normalisierung der Beziehungen hat die libanesische Regierung unter den aktuellen Bedingungen mehrfach ausgeschlossen. US-Präsident Donald Trump strebt auch ein Treffen auf höchster Ebene zwischen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Libanons Präsidenten Joseph Aoun an. Der Libanon hat das bisher abgelehnt.

Die Hisbollah sieht in den Gesprächen mit Israel eine Kapitulation. Sie fordert einen Stopp der Angriffe Israels und auch den vollständigen Abzug der Truppen aus dem Südlibanon. Der aktuell vereinbarten Waffenruhe hat sie nie selbst zugestimmt.

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