Iranischen Medienberichten zufolge hat die Marine des Landes mehreren chinesischen Schiffen seit vergangener Nacht die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erlaubt. „Infolge einer Entscheidung der Islamischen Republik wurde einer Reihe chinesischer Schiffe die Durchfahrt durch die Straße von Hormus im Rahmen der vom Iran verwalteten Transitprotokolle gestattet“, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim am Donnerstag. Die von Peking geforderte Durchfahrt habe am Mittwochabend begonnen, hieß es weiter.

Die Nachrichtenagentur Fars veröffentlichte einen ähnlichen Bericht. Das Staatsfernsehen berichtete, „mehr als 30 Schiffen“ sei die Durchfahrt genehmigt worden, wobei unklar war, ob es sich dabei ausschließlich um chinesische Schiffe handelte.

In der Meeresenge herrscht derweil weiter Unsicherheit. So ist nach britischen Angaben ein Schiff vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate beschlagnahmt worden. Das Schiff habe etwa 70 Kilometer nordöstlich von Fudschaira vor Anker gelegen, sei von Unbefugten übernommen und in Richtung iranischer Hoheitsgewässer unterwegs, teilte die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) am Donnerstag mit. Den Namen des Schiffes nannte die Seehandelsaufsicht nicht. Wer es in seine Gewalt gebracht hat, blieb ebenfalls offen.

Der iranische Justizsprecher Asghar Dschahangir ging zwar nicht ausdrücklich auf das beschlagnahmte Schiff ein, sagte aber, der Iran habe das Recht, in der Meerenge von Hormus Öltanker mit Verbindungen zu den USA zu beschlagnahmen. Die USA hätten gegen internationales Seerecht verstoßen und Piraterie begangen, sagte Dschahangir der Staatszeitung „Iran Daily“.

Emirate dementieren angeblichen Netanjahu-Besuch

Wenige Stunden vor dem Angriff bei Fudschaira hatte Israel bekannt gegeben, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe die Emirate während des Iran-Krieges heimlich besucht. Die Emirate dementierten dies. Sie haben ihre Beziehungen zu Israel im Jahr 2020 normalisiert. Der Iran hat dies kritisiert und wiederholt angedeutet, dass Israel eine militärische und geheimdienstliche Präsenz in den Emiraten unterhalte.

Fudschaira ist der wichtigste Ölexporthafen der Emirate am Golf von Oman. Weil er nicht am Persischen Golf liegt, ist er von der Blockade der nahe gelegenen Meerenge von Hormus nicht beeinträchtigt. Der Iran hat Fudschaira im Krieg gegen die USA und Israel aber wiederholt attackiert.

Indischer Frachter attackiert und gesunken

Das indische Schifffahrtsministerium teilte mit, vor der Küste Omans sei der unter indischer Flagge fahrende Frachter „Haji Ali“ angegriffen worden, in Brand geraten und gesunken. Er sei am Mittwoch auf dem Weg von Somalia nach Schardscha in den Emiraten gewesen. Die omanische Küstenwache habe alle 14 indischen Seeleute an Bord in Sicherheit gebracht. Die anhaltenden Angriffe auf die Handelsschifffahrt und zivile Seeleute seien inakzeptabel. Wer den Frachter angegriffen hat, teilte das Ministerium nicht mit.

Teheran hat die für den Welthandel extrem wichtige Meerenge seit Beginn des Kriegs mit Israel und den USA am 28. Februar weitgehend gesperrt. Normalerweise wird rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte sowie anderer wichtiger Rohstoffe über die Schiffsroute abgewickelt. Die Blockade der Straße von Hormus hat die Weltmärkte verunsichert und den Iran in eine einflussreiche Lage versetzt. Die Vereinigten Staaten verhängten ihrerseits eine Seeblockade gegen iranische Häfen. US-Präsident Donald Trump ist derzeit zu einem Staatsbesuch in Peking, wo er sich mit Chinas Präsident Xi Jinping auch über die Folgen des Iran-Krieges austauschte.

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