Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die ukrainischen Drohnenangriffe auf Russland trotz einer einseitig von Kiew erklärten Feuerpause gerechtfertigt. „Wir haben eine Waffenruhe ab Mitternacht des 6. Mai vorgeschlagen“, schrieb er in sozialen Netzwerken. „Gestern und heute ist diese Waffenruhe von Russland gebrochen worden. Die spiegelbildliche Reaktion auf die russischen Angriffe sind unsere Langstrecken-Sanktionen“ – gemeint sind Drohnenangriffe tief ins russische Hinterland.

Wenn Moskau den Pfad der Diplomatie einschlage, werde auch Kiew dies tun. Doch Russland töte weiter Menschen, „während es völlig irrational besessen ist von wenigen Stunden Stille in einem Teil von Moskau“, schrieb Selenskyj.

Die russische Seite hat für Freitag und Samstag eine Waffenruhe ausgerufen während des Andenkens an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg. Vor allem geht es Moskau darum, dass die Militärparade auf dem Roten Platz am Samstag ungestört verläuft.

Selenskyjs Angaben zufolge erreichten ukrainische Drohnen in der Nacht erneut die russische Stadt Perm am Ural, mehr als 1500 Kilometer entfernt von der Grenze. Der russische Gouverneur der Region Perm, Dmitri Machonin, bestätigte den Angriff auf ein nicht näher genanntes Industrieunternehmen. Ein Wohnblock sei beschädigt worden, schrieb er auf Telegram. Vergangene Woche hatten ukrainische Drohnen eine Ölpumpstation bei Perm in Brand geschossen.

Die Ukraine überzog Russland nach Angaben aus Moskau mit einem großangelegten Drohnenangriff. Die Flugabwehr habe in der Nacht über 20 Regionen des Landes 347 ukrainische Drohnen abgeschossen, teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Zu den Zielen habe die Hauptstadtregion Moskau gehört. Den Angaben zufolge handelte es sich um den zweitgrößten ukrainischen Drohnenangriff während des Krieges. Im März vergangenen Jahres waren 389 Drohnen abgefangen worden.

Der russische Präsident Wladimir Putin hält bei der Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau am Samstag der Siegesfeiern eine Rede. Im Anschluss sind bilaterale Treffen geplant, unter anderem mit dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico, dem malaysischen König Sultan Ibrahim und dem laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith, teilte Kreml-Berater Juri Uschakow mit. Wegen der Gefahr eines ukrainischen Angriffs auf die Feierlichkeiten gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen für Putin.

Russland droht der Ukraine

Das russische Außenministerium hatte am Mittwoch mit einem „Vergeltungsschlag“ gedroht, falls die Ukraine die Gedenkfeiern zum Weltkriegsende stören sollte. Moskau rief ausländische Botschaften in Kiew auf, ihr Personal vorsorglich in Sicherheit zu bringen.

Die Europäische Union kündigte am Donnerstag an, sie werde ihre Botschaft in Kiew nicht räumen. „Wir werden weder unsere Haltung noch unsere Präsenz ändern“, sagte ein Kommissionssprecher in Brüssel. „Die öffentlichen Drohungen Russlands, Kiew anzugreifen, sind Teil seiner rücksichtslosen Eskalationstaktik“, fügte er hinzu. Das Auswärtige Amt ließ eine Anfrage zu den russischen Drohungen unbeantwortet.

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