Nach einem Brandanschlag auf dem Grundstück des Beauftragten gegen Antisemitismus in Brandenburg im Januar sind zwei Verdächtige ermittelt. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Zuerst berichtete der „Tagesspiegel“.
Die Verdächtigen kommen aus dem persönlichen Umfeld des Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner. Wie er der dpa bestätigte, handelt es sich dabei um zwei Bekannte.
Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft des Landes Brandenburg teilte auf Anfrage am Nachmittag mit, es seien im Ermittlungsverfahren wegen gemeinschaftlicher Brandstiftung zwei Beschuldigte „namhaft“ gemacht worden. „Gestern und heute wurden unter anderem exekutive Maßnahmen in zwei anderen Bundesländern durchgeführt.“
Nähere Auskünfte gebe die Generalstaatsanwaltschaft derzeit nicht, hieß es. Der „Tagesspiegel“ berichtete zuvor, es habe Durchsuchungen in mehreren Bundesländern gegeben.
Büttner: „Ich bin geschockt“
Büttner sagte, bei den Verdächtigen handele es sich um Bekannte, mit denen er 2023 eine Firma gegründet habe. Er sei bei der Polizei auch als Zeuge vernommen worden. „Wenn die beiden tatsächlich die Täter sind, hat das aus meiner Sicht nichts mit Antisemitismus zu tun“, so Büttner. Es gebe für ihn keine Erklärung dafür.
„Ich bin geschockt“, sagte Büttner. Er hoffe, dass die Polizei schnell die Motivlage herausfinde. Die Gesellschaft, die im Bereich Solar habe arbeiten wollen, sei zwar gemeinsam gegründet worden, habe aber keine Projekte realisiert. „Da ist nichts passiert, das ist eine tote Gesellschaft“, meinte Büttner. Er ist seit 2024 Antisemitismusbeauftragter des Landes Brandenburg.
Generalstaatsanwaltschaft spricht von „Anschlag“
Auf seinem Privatgrundstück in Templin setzten Täter im Januar dieses Jahres ein Gebäude in Brand. Es stand neben dem Wohnhaus, in dem Büttner mit seiner Familie lebt. Verletzt wurde niemand.
Die Täter setzten auf dem Grundstück von Andreas Büttner einen Schuppen in Brand und markierten eine Tür mit einem Hamas-DreieckAn der Haustür des Wohnhauses wurde außerdem mit roter Farbe ein Dreieck angebracht. Laut Generalstaatsanwaltschaft entsprach es dem Zeichen, das die palästinensische Terrororganisation Hamas nutzt. Zudem ging ein Drohbrief gegen Büttner beim Landtag in Potsdam ein.
Die Generalstaatsanwaltschaft sprach von einem Anschlag und teilte im Januar mit, sie habe die Ermittlungen „im Hinblick auf das offenkundig politisch motivierte Tatgeschehen sowie die besondere Stellung des Geschädigten“ übernommen. Es wurden danach Schutzmaßnahmen auf Büttners Grundstück umgesetzt.
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