Nach scharfer Kritik von US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump hat US-Moderator Jimmy Kimmel seinen Witz über die Präsidentengattin verteidigt – und zugleich zum Gegenangriff ausgeholt. Auslöser war ein Satz in Kimmels Show wenige Tage vor dem White House Correspondents’ Dinner. Während einer Parodie des traditionellen Gala-Dinners begrüßte er eine imaginär im Publikum sitzende Melania Trump mit den Worten: „Mrs. Trump, Sie strahlen wie eine werdende Witwe.“

Zwei Tage später kam es am Rande des echten Dinners in Washington zu einem Anschlagsversuch. Trump und weitere hochrangige Politiker mussten evakuiert werden, ein Verdächtiger wurde inzwischen wegen versuchten Mordes am Präsidenten angeklagt. Trump bezeichnete Kimmels Bemerkung daraufhin als „verabscheuungswürdigen Aufruf zur Gewalt“.

In seinem Onlinedienst Truth Social verlangte Trump, ABC und Disney müssten Kimmel „sofort feuern“. Melania Trump schrieb auf X, „Leuten wie Kimmel“ dürfte nicht länger erlaubt werden, jeden Abend „Hass zu verbreiten“.

Von Disney und ABC gab es bislang keine Reaktion. Nach Informationen des Senders CNN nahm Kimmel in Los Angeles regulär die nächste Ausgabe seiner Sendung auf.

„Donald Trump darf sagen, was er will – ich auch“

In seiner Sendung verteidigte sich Kimmel nun mit Verweis auf die Meinungsfreiheit. „Donald Trump darf sagen, was immer er sagen will, so wie Sie und ich“, sagte er. Unter dem ersten Verfassungszusatz hätten Amerikaner das Recht auf freie Rede.

Zugleich wies er einen Zusammenhang zwischen seinem Witz und dem Angriff auf das Korrespondenten-Dinner zurück. Er bedauere, was Trump, Melania Trump und die Gäste durchgemacht hätten, sagte Kimmel. Ob ein Witz, den er drei Tage zuvor gemacht habe, irgendeinen Einfluss auf das Geschehen gehabt habe, stelle er jedoch offen infrage. Er betonte zudem, seine Pointe habe sich auf den Altersunterschied zwischen Donald und Melania Trump bezogen – nicht auf Gewalt.

Melania Trump hatte Kimmels Worte zuvor als „hasserfüllt und gewalttätig“ bezeichnet und ABC aufgefordert, „Haltung zu zeigen“. Darauf reagierte Kimmel direkt an die First Lady gerichtet.

Er stimme zu, dass hasserfüllte und gewaltsame Rhetorik zurückgewiesen werden müsse, sagte er. Aber er fügte hinzu: „Ein großartiger Anfang wäre ein Gespräch mit Ihrem Mann.“

Der aktuelle Streit reiht sich in eine längere Fehde ein. ABC hatte den Moderator, der nahezu täglich Trump kritisiert, im September nach einer Äußerung über den getöteten Aktivisten Charlie Kirk für mehrere Tage aus dem Programm genommen. Kimmel hatte damals gesagt, Mitglieder von Trumps Maga-Bewegung (Make America Great Again) versuchten, so zu tun, als gehöre der Attentäter nicht zu ihnen. Kimmel entschuldigte sich später.

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