Asylanträge von Syrern werden in Deutschland inzwischen größtenteils abgelehnt. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Abgeordneten Clara Bünger (Linke) hervorgeht, gilt dies in etwas geringerem Maße auch für Angehörige religiöser und ethnischer Minderheiten aus dem Land.

Diese klagen teilweise über Diskriminierung oder Verfolgung durch die neuen Machthaber in Syrien und mit ihnen verbündete bewaffnete Gruppen. Das war auch der Hintergrund mehrerer Protestaktionen rund um den Besuch von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa bei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Ende März.

Nur noch fünf von 100 Antragstellern bekommen Schutz

Laut Innenministerium wurde im vergangenen Jahr 5,3 Prozent der syrischen Staatsangehörigen, über deren Anträge das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) entschied, ein Schutzstatus zugesprochen. Das heißt, sie wurden entweder als Flüchtlinge oder Asylberechtigte anerkannt oder erhielten einen eingeschränkten Schutzstatus oder es wurde für sie ein Abschiebeverbot ausgesprochen.

Der sogenannte subsidiäre Schutz greift, wenn weder Flüchtlingsschutz noch Asylberechtigung gewährt werden können, dem Betroffenen jedoch im Herkunftsland ernsthafter Schaden droht. Anträge, die inhaltlich nicht geprüft werden, etwa weil ein anderes EU-Land für das Asylverfahren eines Schutzsuchenden zuständig ist oder der Antrag zurückgezogen wurde, sind bei dieser Quote nicht berücksichtigt.

Etwas höher war die sogenannte bereinigte Schutzquote bei Christen aus Syrien mit rund 17 Prozent. Für Angehörige der drusischen Minderheit lag sie bei 9,1 Prozent. Den Angaben zufolge wurde 2025 mehr als jedem zweiten Jesiden aus Syrien (57,1 Prozent) ein Schutzstatus zuerkannt.

Bei den Alawiten galt das für jeden Fünften (20 Prozent). Im Jahr 2024 hatte das Bamf noch fast 100 Prozent der Asylanträge von Syrern positiv beschieden oder zumindest ein Abschiebeverbot ausgesprochen. Dass neue Anträge jetzt größtenteils abgelehnt werden, hält Linken-Politikerin Bünger für unverantwortlich. Sie sagt: „Es mangelt an grundlegender Versorgung mit Wohnungen, Wasser, Elektrizität, Bildung und Gesundheit.“

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