US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben keine Einwände gegen russische Öllieferungen an Kuba. „Wenn ein Land im Moment etwas Öl nach Kuba liefern will, habe ich damit kein Problem, ob es nun Russland ist oder nicht“, sagte er am Sonntag vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. „Kuba ist erledigt, sie haben ein schlechtes Regime, sie haben eine sehr schlechte und korrupte Führung, und ob sie nun ein Schiff mit Öl bekommen oder nicht, wird keine Rolle spielen“, fügte er hinzu.

Er ziehe es vor, Öllieferungen an Kuba zuzulassen, weil die Bevölkerung des Inselstaats Energie zum Wärmen und Kühlen brauche, sagte Trump. Der US-Präsident wiederholte zugleich seine Überzeugung, dass die Führung in Havanna bald stürzen werde. „Innerhalb kurzer Zeit“ werde die kubanische Regierung scheitern, „und wir werden da sein, um zu helfen“, sagte er und drohte: „Kuba wird als Nächstes dran sein.“

Zuvor hatte die „New York Times“ unter Berufung auf einen mit den Vorgängen vertrauten US-Vertreter berichtet, die US-Küstenwache gestatte dem mit 730.000 Barrel russischem Rohöl beladenen Frachter „Anatoli Kolodkin“ die Durchfahrt nach Kuba. Das Schiff soll sich bereits in kubanischen Hoheitsgewässern befinden.

Die Ladung, die am 8. März vom russischen Hafen Primorsk aus verschifft worden sei, sei auf ihrer Fahrt durch den Ärmelkanal von einem Schiff der russischen Marine eskortiert worden, bevor das Schiff in den Atlantik einlief, um seine Reise in die Karibik fortzusetzen.

Ein zweites Transportschiff mit Ziel Kuba befindet sich nach Angaben der auf Schiffsverfolgung spezialisierten Website „MarineTraffic“ seit mehreren Tagen in den Gewässern von Venezuela. Der Tanker „Sea Horse“, der unter der Flagge Hongkongs fährt, transportiere rund 27.000 Tonnen russisches Gas für die Karibikinsel.

Kuba hatte in diesem Jahr bislang lediglich 84.900 Barrel Rohöl aus einer einzigen mexikanischen Lieferung am 9. Januar erhalten. 2025 importierte Kuba durchschnittlich 37.000 Barrel Rohöl pro Tag, insbesondere aus Mexiko und Venezuela, wie die „Financial Times“ unter Berufung auf Daten des Beratungsunternehmens Kpler berichtete.

Die seit Jahresbeginn von den USA verhängte Ölblockade hat die Energiekrise auf Kuba weiter zugespitzt, da die Insel mit ihren rund zehn Millionen Einwohnern nur rund ein Drittel ihres Bedarfs an Kraftstoff selbst fördert. Sowohl die Stromerzeugung als auch die Kraftstoffverteilung in Kuba sind massiv beeinträchtigt, mit katastrophalen Auswirkungen auf das Gesundheitswesen, die Landwirtschaft und alle anderen Wirtschaftszweige.

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