Die ukrainischen Streitkräfte haben Russland in der Nacht mit großen Drohnenschwärmen angegriffen und mehrere Brände in dem Ostsee-Hafen Ust-Luga ausgelöst. Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von 398 feindlichen Langstreckendrohnen über vielen Teilen Russlands, die angeblich abgefangen worden seien. Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass war es der schwerste bislang verzeichnete Drohnenangriff aus der Ukraine.
Er folgte auf einen Tag, an dem Russland neben Raketen auch eine Höchstzahl von fast 1000 Kampfdrohnen Richtung Ukraine gestartet hatte. Durch zwei Angriffswellen am Dienstag in der Nacht und über Tag gab es Tote, Verletzte und schwere Schäden.
Russische Stellen bestätigten am Mittwoch Brände in dem für den Öl- und Gasexport wichtigen Hafen Ust-Luga. Er liegt am Finnischen Meerbusen etwa hundert Kilometer von St. Petersburg entfernt. Verletzte habe es nicht gegeben. Von der Insel Kronstadt, die ein wichtiger Marinestützpunkt der russischen Ostseeflotte ist, wurden Häuserschäden gemeldet. Am Montag hatten ukrainische Drohnen Öltanks im Ostseehafen Primorsk in Brand geschossen.
„Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals Tagesangriffe in einem solchen Ausmaß gegeben hat“
Mindestens acht Menschen wurden ukrainischen Angaben vom Dienstag zufolge getötet. Zudem wurde den ukrainischen Angaben nach das von der Unesco geschützte historische Stadtzentrum von Lwiw im Westen der Ukraine getroffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland eine „absolute Verkommenheit“ vor.
Der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte Russland 550 Drohnen am Dienstag tagsüber ab, nachdem in der Nacht zuvor bereits 392 Drohnen gestartet worden waren.
„Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals Tagesangriffe in einem solchen Ausmaß gegeben hat“, sagte der ukrainische Luftwaffen-Sprecher Jurij Ignat der Nachrichtenagentur AFP. „In dieser Größenordnung ist das grundsätzlich das erste Mal“, fuhr er fort.
Zwei Menschen wurden in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk getötet. Unter den Verletzten sei ein sechsjähriges Kind, erklärten örtliche Behörden in Onlinediensten. Zehn Wohngebäude und eine Geburtsklinik seien beschädigt worden. Eine weitere Person wurde nach Behördenangaben in der zentralukrainischen Region Winnyzja getötet. Bereits in der Nacht zum Dienstag hatte Russland die Ukraine mit massiven Luftangriffen überzogen, wobei mindestens fünf Menschen in verschiedenen Landesteilen getötet wurden.
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