Kubas Militär bereitet sich laut einem hochrangigen Beamten auf einen eventuellen US-Einsatz auf der sozialistisch regierten Insel vor. „Unser Militär ist stets bereit“, sagte der kubanische Vize-Außenminister Carlos Fernández de Cossio in einem Interview des US-Senders NBC News. „Und tatsächlich bereitet es sich derzeit auf die Möglichkeit einer militärischen Aggression vor. Wir wären naiv, wenn wir das angesichts der weltweiten Ereignisse nicht täten. Aber wir hoffen wirklich, dass es nicht dazu kommt.“

US-Präsident Donald Trump hatte jüngst eine „Übernahme“ des Inselstaates angedeutet. „Wir wissen offen gestanden nicht, wovon sie sprechen, aber ich kann Ihnen Folgendes sagen: Kuba ist ein souveräner Staat. Kuba würde es nicht akzeptieren, ein Vasallenstaat oder ein von einem anderen Staat abhängiges Land zu werden“, sagte der Vizeminister. Derzeit gebe es auch konkrete Schritte im Kontext der jüngsten Spannungen. Details zu erläutern, lehnte der Vize-Außenminister ab.

Vize-Außenminister Carlos Fernández de Cossio (M.) auf einem Foto aus dem Jahr 2019

Seit der Revolution von 1959 unter dem linken Revolutionären Fidel Castro sind die Beziehungen zwischen Havanna und Washington angespannt. Das Land steckte bereits seit Jahren wegen Misswirtschaft, Korruption und eines US-Handelsembargos in einer schweren Wirtschaftskrise. Ein US-Ölembargo und der Wegfall von Öllieferungen aus Venezuela und weiteren bisherigen Handelspartnern wie Mexiko verschärfen die Lage weiter.

Am Samstag fiel inselweit zum zweiten Mal innerhalb einer Woche der Strom aus. Hinzu kommen tägliche Unterbrechungen in der Stromversorgung von bis zu 12 Stunden wegen Treibstoffmangels, was das System zusätzlich destabilisiert. Kuba „befindet sich nicht im Zusammenbruch“, sagte Fernández de Cossio. „Wir sind so kreativ wie möglich.“

Kuba und die USA verhandeln über einen Ausweg aus der Blockade

Washington und Havanna führen derzeit geheime Gespräche. Wann und wo sich beide Seiten zuletzt getroffen haben, wollte Fernández im Interview nicht preisgeben. Havanna hat jedoch Änderungen an seinem politischen System ausgeschlossen. Die Art der kubanischen Regierung, ihre Struktur und ihre Mitglieder sind laut Fernández nicht Gegenstand der Verhandlungen. Auf der Insel ist nur die Kommunistische Partei zugelassen.

Fischern in Havanna bleibt angesichts der Benzinknappheit nur der Handkarren – ohne Kühlung

Seit der Bestätigung der Gespräche mit den USA hat die kubanische Regierung eine kleine Anzahl politischer Gefangener freigelassen und angeboten, ihre Wirtschaft für Investitionen von im Ausland lebenden Kubanern zu öffnen. US-Außenminister Marco Rubio kritisierte diese Angebote letzte Woche als „nicht weitreichend genug“.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke