Nach anfänglicher Kritik kooperieren die Vereinten Nationen nun doch mit dem von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufenen Friedensrat (Board of Peace). „Wir arbeiten aktiv mit den vom Board of Peace geschaffenen Strukturen zusammen“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres dem Portal Politico (gehört wie WELT zur Premiumgruppe von Axel Springer).

Das Ziel des zwischenstaatlichen Gremiums, den Wiederaufbau des kriegszerstörten Gazastreifens voranzubringen, verdiene Unterstützung. Dabei gehe es konkret um die Finanzierung und Umsetzung grundlegender Maßnahmen zum Wiederaufbau von Häusern und Infrastruktur für die palästinensische Bevölkerung. Dieses Ziel sei vom UN-Sicherheitsrat definiert und gebilligt worden, betonte Guterres.

Zugleich distanzierte sich der UN-Chef deutlich von weitergehenden Ambitionen des Gremiums. „Alles andere ist jetzt ein persönliches Projekt von Präsident Trump, bei dem er die volle Kontrolle über alles hat“, so Guterres. Dies sei „kein wirksamer Weg“, um die aktuellen globalen Krisen zu lösen. Stattdessen müsse jede Friedensinitiative auf Völkerrecht und den Werten der UN-Charta beruhen.

Der Friedensrat war von Trump im September 2025 als Alternative zu aus seiner Sicht „gescheiterten“ internationalen Institutionen gegründet worden. Er erklärte sich selbst zum Vorsitzenden auf Lebenszeit und stellte das Gremium als potenziell „folgenreichstes internationales Organ der Geschichte“ dar.

Eine dauerhafte Mitgliedschaft ist an hohe finanzielle Hürden geknüpft: Staaten müssen einen Beitrag von einer Milliarde Dollar leisten. Wichtige westliche Demokratien wie Großbritannien, Frankreich, Kanada und Deutschland sind dem Gremium bislang ferngeblieben. Auch Russland und China sind bisher nicht beigetreten. Zu den bisherigen Mitgliedern zählen unter anderem Belarus und Aserbaidschan. Nach einem Streit zog Trump zudem eine Einladung an Kanada wieder zurück.

Noch vor einigen Wochen hatten UN-Experten die Aktivitäten des Friedensrats kritisiert. Es handele sich um „ein illegales und illegitimes Manöver mächtiger Staaten, getrieben von Nostalgie und Habgier“. Das Vorgehen erinnere an die Zeit des Kolonialismus, so die Fachleute in Genf.

Der Friedensrat, zu dessen erster Sitzung im Februar Spitzenpolitiker aus mehreren Ländern in Washington zusammenkamen, ist international umstritten. Kritiker werfen US-Präsident Trump vor, ihn als Konkurrenz zur Arbeit der UN installiert zu haben. Staaten können Mitglied werden, wenn sie vom Vorsitzenden des Friedensrates, Trump selbst, eingeladen wurden. Deutschland lehnte bisher eine Vollmitgliedschaft ab, nahm jedoch mit Beobachterstatus an der ersten Sitzung teil.

Friedensrat hat Hamas Plan zur Entwaffnung vorgelegt

Unterdessen hat der Friedensrat der Hamas Insidern zufolge einen Vorschlag zu deren Entwaffnung vorgelegt. Der Plan sei der Palästinenser-Organisation vergangene Woche bei einem Treffen in Kairo übergeben worden, ​sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Die Hamas lehnt eine Niederlegung der Waffen bislang ab.

An den ⁠Gesprächen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo nahmen den Insidern zufolge der Gaza-Gesandte des Gremiums, Nikolaj Mladenow, sowie Aryeh Lightstone teil – ein Berater von Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff. Mladenow hatte am Donnerstag auf der Plattform X erklärt, es gebe ernsthafte Bemühungen um den Wiederaufbau des kriegszerstörten Gazastreifens. Die Vermittler hätten sich auf einen Rahmen geeinigt. „Er liegt nun auf dem Tisch“, schrieb Mladenow. „Er erfordert eine klare Entscheidung: die vollständige Entwaffnung der Hamas und aller bewaffneten Gruppen, ohne Ausnahmen und ohne Sonderregelungen.“

Aus dem Umfeld der Hamas hieß es aber, die Gruppe werde die Abgabe ihrer Gewehre wohl verweigern. Sie fürchte Angriffe rivalisierender Milizen im Gazastreifen, von denen einige von Israel unterstützt würden. Seit dem Waffenstillstand im Gazastreifen im Oktober haben die Hamas und ihre Rivalen tödliche Angriffe aufeinander verübt.

Umgekehrt zeigt Israel bislang keine Anzeichen, seine Truppen aus dem Gazastreifen abzuziehen. Die ‌Soldaten kontrollieren etwa die Hälfte des Gebiets. Die Hamas dominiert die andere Hälfte und dessen ⁠zwei Millionen Einwohner. Die meisten Bewohner wurden durch den zwei Jahre ​dauernden, verheerenden Krieg obdachlos. Dieser hatte sich nach dem Angriff von Hamas-Kämpfern aus israelisches Gebiet und den darauf folgenden Angriffen der israelischen Armee auf den Gazastreifen entwickelt. ⁠Dem Insider zufolge werden der Hamas nun Amnestie und Investitionen als Anreize geboten.

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