Der frühere SPD-Chef Franz Müntefering findet für die Amtsführung von Kanzler Friedrich Merz wohlwollende Worte und ruft zu dessen Unterstützung auf. Er finde, dass Merz seine Rolle „recht gut“ angenommen habe, sagte Müntefering in der ARD-Sendung „Maischberger“. „Man muss ihm helfen dabei“, fügte der 86-Jährige hinzu, der wie Merz aus dem Sauerland stammt.
Auf die Frage, wer dies tun könne, antwortete Müntefering: „Die ganze Regierung, die ganzen Parteien, alle, die Demokratie wollen“. Er glaube, dass Merz bereit sei, eine gute demokratische Politik zu machen. „Und wir dürfen nicht alle da rumstehen und hämisch lachen und sagen: ‚Ach guck mal, das kann er ja gar nicht‘ und so“, mahnte der Ex-Vizekanzler im Kabinett von Angela Merkel (CDU).
An seine eigene Partei appellierte Müntefering, ihre Positionen offensiver zu vertreten. „Man muss auch ein bisschen Stolz haben. Man muss auch wissen, was man kann. Und man muss auch das, was man kann, auch vertreten und nach vorne marschieren. Ich glaube, dass wir zu defensiv sind im Augenblick“, befand der einstige SPD-Vorsitzende. Die SPD müsse für ihre Sozialpolitik kämpfen und dürfe das „nicht auf leisen Sohlen“ tun. Sozialpolitik bedeute, sich zu kümmern. „Wer könnte das denn, wenn nicht die Sozis?“, fügte er hinzu.
Angesichts der schlechten Wahl- und Umfrageergebnisse der SPD sehnte er sich nach einer starken Parteiführung: „Ich habe eine Zeit lang mit Gerhard Schröder gut zusammengearbeitet und er war schon ein toller Kerl“, sagte Müntefering. Mit Schröder habe die SPD innenpolitisch viel erreicht. „Ich würde mir wünschen, wir hätten so einen da wieder von einer Spitze“. Schröders Russland-Politik kommentierte Müntefering nicht.
Ausdrücklichen Dank äußerte der frühere SPD-Chef gegenüber dem aktuellen Co-Parteichef der SPD Lars Klingbeil, der nach der Niederlage bei der Bundestagswahl 2025 Verantwortung übernommen habe. „Und dann muss ein Junge kommen und muss sagen, ich stelle mich da hin, ich mach das mal“, lobte Müntefering. Also helfe er Klingbeil „so weit ich kann und so gut ich kann. Und ich bin sicher, wir können noch mehr rausholen“, sagte er.
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