Ein multinationales Marineteam unter ukrainischer Führung hat bei einer Nato-Übung vor der Küste Portugals die Schwächen der Nato-Seestreitkräfte offengelegt. Darüber berichtet die „FAZ“.
Bei der Übung „REPMUS/Dynamic Messenger 2025“ übernahm das sogenannte „rote“ Team – bestehend aus amerikanischen, britischen, spanischen und anderen Einheiten, angeführt von der Ukraine – die Rolle des Gegners und trat in mehreren Szenarien gegen Nato-Kräfte an. Dabei gewann das Team laut Bericht in allen fünf Übungssituationen gegen die „blauen“ Nato-Seestreitkräfte.
Zum Einsatz seien unter anderem ukrainische Seedrohnen vom Typ Magura V7 gekommen. Diese kleinen unbemannten Schnellboote können feindliche Schiffe rammen oder mit Waffen angreifen. Die Ukraine nutzt solche Systeme bereits seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Jahr 2022 erfolgreich im Schwarzen Meer.
Während der Übung seien unter anderem Angriffe auf Häfen und Geleitzüge sowie deren Verteidigung simuliert worden. Ein Schiff galt bereits als „getroffen“, wenn eine Drohne es zuerst ins Visier nahm und dies dokumentierte. In einem Szenario gelang es dem „roten“ Team sogar, eine Nato-Fregatte mehrfach zu markieren – in einem echten Gefecht wäre sie laut Bericht gesunken.
Eine mit Boden-Luft-Raketen ausgerüstete Seedrohne Magura V7 des ukrainischen VerteidigungsministeriumsEin Nato-Sprecher bestätigte der „FAZ“ die Übung und bezeichnete sie als „historischen Meilenstein, der die wachsende Rolle der Ukraine in Nato-Übungen bestätigt“, weil erstmals die ukrainische Marine die gegnerischen Kräfte koordinierte. Zugleich habe das Training bestätigt, dass „unbemannte Systeme für Nato-Seestreitkräfte eine ernsthafte Bedrohung darstellen“, auf die viele Armeen noch nicht ausreichend vorbereitet seien. Die Nato habe aus der Fronterfahrung der Ukraine „wertvolle Lektionen“ abgeleitet.
Bereits im vergangenen Herbst machte die Nato bei einer Übung an Land eine ähnliche Erfahrung. Bei der Übung „Hedgehog“ in Estland gelang es rund zehn ukrainischen Drohnenspezialisten, zwei Nato-Bataillone außer Gefecht zu setzen. In Brüssel hieß es dazu, man sei damals „schockiert“ darüber gewesen, wie schlecht alliierte Truppen auf einen Drohnenkrieg, wie er heute in der Ukraine geführt wird, vorbereitet seien.
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