US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit Vergeltung, falls das Land die Straße von Hormus verminen sollte. Durch die Meerenge zwischen dem Oman und dem Iran läuft ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls, viele Tanker sitzen derzeit fest.

Ihm lägen keine Berichte darüber vor, dass die Islamische Republik dort Seeminen verlege, erklärte Trump auf „Truth Social“. Aber wenn das geschehe, „wollen wir, dass sie entfernt werden, SOFORT!“, schrieb er. „Sollten aus irgendeinem Grund Minen ausgelegt worden sein und diese nicht unverzüglich entfernt werden, wird dies für den Iran militärische Konsequenzen in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß nach sich ziehen.“

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Weiter erklärte er, das US-Militär werde iranische Minenlegerboote angreifen wie die Boote mutmaßlicher Drogenhändler in der Karibik und im Pazifik. „Darüber hinaus setzen wir dieselben Technologien und Raketenkapazitäten ein, die wir auch gegen Drogenhändler einsetzen, um alle Boote oder Schiffe, die versuchen, die Straße von Hormus zu verminen, dauerhaft zu eliminieren. Sie werden schnell und mit aller Härte bekämpft werden“, schrieb Trump.

US-Medien: Iran verlegt einige Dutzend Seeminen

Laut CNN hatte der Iran in den vergangenen Tagen einige Dutzend Minen in der für die Schifffahrt wichtigen Meeresenge platziert. Der Sender stützt sich dabei auf Aussagen von ungenannten Quellen. Demnach verfügt der Iran noch immer über 80 bis 90 Prozent seiner kleinen Boote und Minenleger. Die Streitkräfte könnten demnach Hunderte von Minen in der Wasserstraße verlegen.

Auch der Sender CBS berichtet unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter über entsprechende Pläne des Irans. In dem Bericht wird das Arsenal auf 2000 bis 6000 Seeminen aus iranischer, chinesischer oder russischer Produktion geschätzt.

Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) teilte am Mittwoch mit, US-Streitkräfte hätten mehrere iranische Marineschiffe, darunter 16 sogenannte Minenleger, in der Nähe der Straße von Hormus zerstört. Trump sprach zuvor davon, zehn Minenlegerboote seien „komplett zerstört“ worden.

Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman wird seit Kriegsausbruch von den iranischen Revolutionsgarden blockiert. „Wir werden nicht zulassen, dass auch nur ein Liter Öl aus der Region an die feindliche Seite oder deren Partner exportiert wird“, teilte die Terrororganisation mit. Mehrere Schiffe wurden bereits angegriffen.

Reeder und Ölproduzenten in den Golfstaaten stehen vor einem logistischen Problem. Eine bestehende Pipeline durch Saudi-Arabien kann die ausfallenden Öltransporte nicht annähernd kompensieren. Mehr als 400 Öltanker hängen im Persischen Golf fest. Schiffsversicherer drohen Reedern mit der Kündigung oder verlangen exorbitante Aufschläge, sollten die Schiffe die Straße von Hormus passieren.

Am Montag soll es dem griechischen Tanker „Shenlong Suezmax“ nach Angaben von Marinedatenplattformen dennoch gelungen sein, die Straße zu passieren – ohne militärische Begleitschiffe.

USA halten Eskorten durch die Straße von Hormus für zu riskant

Eskorten durch die Straße von Hormus schließt das US-Militär aus. Die Marine habe nahezu täglich entsprechende Anfragen aus der Schifffahrtsbranche erhalten, diese aber abgelehnt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters ⁠am Mittwoch. Die US-Marine habe dies damit begründet, dass das Risiko von Angriffen derzeit zu hoch sei.

Trump hat in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, dass die USA im Bedarfsfall jederzeit zu Begleitschutz bereit seien, um die Transporte in ⁠der wichtigen Wasserstraße ​wieder aufzunehmen. Der Vorsitzende des Generalstabs der US-Streitkräfte, ‌General Dan Caine, sagte am Dienstag, das US-Militär habe damit begonnen, Optionen für mögliche Schiffseskorten zu prüfen, falls ein entsprechender Befehl erteilt werden sollte.

Bislang habe die US-Marine allerdings keinen Öltanker und auch kein anderes Handelsschiff durch die Straße von Hormus geleitet, sagte Präsidialamtssprecherin Karoline Leavitt. Sie sah sich zu der Klarstellung veranlasst, nachdem Energieminister Chris Wright für Verwirrung in der Sache gesorgt hatte. Er löschte einen Beitrag auf X, in dem er kurz zuvor erklärt hatte, dass die US-Marine einen Öltanker erfolgreich durch die Meerenge eskortiert habe.

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