Die USA müssen nach Darstellung von Präsident Donald Trump an der Auswahl des nächsten iranischen Staatsoberhaupts beteiligt werden. In einem Interview mit „Politico“, das wie WELT zum Axel Springer Global Reporters Network gehört, erklärte Trump: „Wir werden mit dem Volk und dem Regime zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass jemand an die Macht kommt, der den Iran gut aufbauen kann, aber ohne Atomwaffen.“
Der Nachrichtenagentur Reuters sagte er gar: „Wir werden diese Person gemeinsam mit dem Iran auswählen müssen. Wir werden diese Person auswählen müssen.“
Mit Blick auf den Sohn des verstorbenen Ayatollahs Ali Chamenei, der als mögliches neues Staatsoberhaupt gilt, erklärte er „Politico“: „Jetzt schauen sie auf den Sohn. Der Grund, warum der Vater ihm die Position nicht übertragen wollte, ist, dass sie ihn für inkompetent halten.“ Israel hatte gedroht, jeden Nachfolger, der eine feindselige Politik fortsetze, als legitimes Ziel zu betrachten.
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Zugleich zeigte sich Trump zuversichtlich über den Verlauf der militärischen Kampagne und wies Bedenken zurück, dass steigende Benzinpreise den Republikanern vor den Kongresswahlen im November schaden könnten. „Wir beseitigen eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten von Amerika, eine große Bedrohung, ... und wir tun dies auf eine Weise, wie es noch niemand zuvor gesehen hat.“
Die weltweiten Ölpreise sind seit Beginn des Krieges am Samstag um 16 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Benzinpreis in den USA kletterte seit vergangener Woche um 27 Cent auf 3,25 Dollar pro Gallone (etwa 0,73 Euro pro Liter), wie der Automobilclub AAA mitteilte. Damit liegt der Preis 15 Cent über dem Niveau vor einem Jahr. Der Benzinpreis gilt als politisch wichtiges Thema vor den sogenannten Midterms im November.
„Die Menschen lieben, was gerade passiert“, betonte Trump. Er prognostizierte, dass Irans Regierung nicht die letzte sein werde, die in einer von ihm initiierten Konfrontation einknickt. Den Einsatz gegen den Iran beschrieb Trump als streng kontrolliert und verwies auf die militärische Stärke der USA: „Wir gehen chirurgisch vor“, sagte er. „Wir haben unbegrenzte Waffenvorräte, unbegrenzt. ... Wir haben Tausende und Abertausende davon.“
Zugleich zeichnete er ein Bild einer stark geschwächten iranischen Armee: „Sie haben keine Marine. Sie haben keine Luftwaffe. Sie haben keine Luftraumüberwachung. Alles ist ausgelöscht. Ihre Radarsysteme sind alle zerstört. Ihr Militär ist dezimiert“, sagte Trump. „Alles, was sie haben, ist Mut.“
Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters macht er zudem deutlich, dass die USA die für den Welthandel strategisch wichtige Straße von Hormus offen halten werden. „Ihnen ist bekannt, dass ihre Marine jetzt auf dem Meeresboden liegt.“ Er verfolge die Lage in der Meerenge aufmerksam. Die vom Iran blockierte Straße von Hormus ist die Transportader für rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgasversorgung. Wegen des Krieges ist der Schiffsverkehr hier nahezu zum Erliegen gekommen, was sich auch auf den Benzinpreis in Deutschland auswirkt.
Trump ermutigte zudem die iranischen Kurden, in die Offensive zu gehen. „Ich finde es wunderbar, dass sie das tun wollen. Ich wäre voll dafür“, sagte der Präsident.
Auf die Frage, ob die USA Luftunterstützung gewähren oder angeboten hätten, antwortete er: „Das kann ich Ihnen nicht sagen.“ Er fügte jedoch hinzu, das Ziel der Kurden sei es, „zu gewinnen“. Er ergänzte: „Wenn sie das tun, ist das gut.“ Zum militärischen Verlauf insgesamt sagte Trump, der Einsatz im Iran komme schneller voran als geplant.
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