Die CDU hat Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir nun persönlich wegen des viel kritisierten Videos über CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel angegriffen. „Wer bürgerlichen Anstand hat, vernichtet nicht mit Schmutzkampagnen andere Menschen. Cem Özdemir und die Grünen haben damit ihr wahres Gesicht gezeigt und eindrücklich bewiesen, dass er eben nicht wie Winfried Kretschmann ist“, sagte CDU-Generalsekretär Tobias Vogt der Nachrichtenagentur dpa.
Die Grünen versuchten gezielt, die persönliche Integrität Hagels zu beschädigen, meint Vogt. Hagel habe umgehend klargestellt, dass seine Aussage, die zu Beginn des Videos zu sehen ist, Mist gewesen sei. „Dennoch sehen wir jeden Tag in den Kommentarspalten das Ergebnis der grünen Schmutzkampagne“, sagte Vogt. Wenn dann von Özdemir über fairen Stil gesprochen werde, könne man nur noch lachen.
Auch Vize-Regierungschef Thomas Strobl (CDU) kritisierte die Grünen für ihre Wahlkampfführung. „Das ist eine Kampagne wirklich aus der untersten Schublade“, sagte er am Dienstag in Stuttgart. Die Grünen könnten nicht so tun, als hätten sie damit gar nichts zu tun. Sie trügen Verantwortung für die Kampagne vor der Landtagswahl am 8. März.
Video bestimmt seit Tagen die Debatte
Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein etwa acht Jahre altes Interview vom CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel, das eine grüne Bundestagsabgeordnete in der vergangenen Woche in den sozialen Medien gepostet hatte.
Hagel, damals 29 Jahre alt und Landtagsabgeordneter, berichtet darin von einem Schulbesuch. In der Klasse hätten 80 Prozent Mädchen gesessen. „Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen“, hatte Hagel gesagt. Dann ging er auf eine Schülerin ein: „Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.“ Der Clip sorgt für heftige Kritik am CDU-Spitzenkandidaten.
Grüne weisen Vorwurf zurück
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte bereits am Dienstag in einer Pressekonferenz betont, dass es sich nicht um eine konzertierte Aktion der Grünen gehandelt habe. Die Behauptung, das sei eine „orchestrierte Kampagne der Grünen“, sei falsch, sagte Kretschmann auf Nachfrage eines Journalisten. „Das ganze Führungspersonal der baden-württembergischen Grünen, mit denen ich gesprochen habe, die haben das überhaupt nicht gewusst“, versicherte er. Sie hätten erst von dem Video erfahren, als es durch die sozialen Medien gegangen und auf dem Online-Portal eines großen Nachrichtenmagazins publik gemacht worden sei.
Cem Özdemir hatte dazu gesagt, dass seine Partei nichts veröffentlicht habe, sondern „eine Abgeordnete hat was veröffentlicht, was im Netz frei zugänglich ist“. Zudem hatte er Hagel wegen des Videos in Schutz genommen. „Ich bin mir sicher, Herr Hagel würde das heute nicht mehr so formulieren“, sagte Özdemir in einer SWR-Debatte.
„Das hat gar nicht zu ihm gepasst“, sagt Ehefrau Franziska
Auch seine Ehefrau sprang dem CDU-Spitzenkandidaten bei. „Ich würde meinen Mann sofort wieder heiraten“, sagte Franziska Hagel dem Magazin „Bunte“. Ihr Ehemann sei ein Partner „auf Augenhöhe“.
„Dass dieser Satz mal solche Wellen schlägt, hätte ich, ganz ehrlich gesagt, nicht gedacht. Ich fand ihn aber einfach nicht gut. Das hat irgendwie gar nicht zu ihm gepasst“, sagte Franziska Hagel. Ihr Ehemann rede oft sehr launig, wenn er politische Sachverhalte entlang von Menschen erkläre, die er getroffen habe.
Was sie überrascht habe, sei nicht die Debatte gewesen, sondern wie viele Menschen sich gemeldet und gesagt hätten: „Das ist nicht der Mensch, den wir kennen und erleben.“ Hagel selbst hatte eingeräumt, dass der Einstieg in das Interview „Mist“ gewesen sei.
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