Ein Video von Friedrich Merz bekommt in China viel Aufmerksamkeit. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Konkret geht es um einen Clip, der den Kanzler nach dessen Chinareise bei einem CDU-Wahlkampfauftritt vergangene Woche im hessischen Volksmarsen zeigt. Dort hatte Merz gesagt: „Wir sind einfach nicht mehr leistungsfähig genug. Wenn Sie aus China kommen, meine Damen und Herren, dann haben Sie noch mal deutlicher das Gefühl, dass mit Work-Life Balance und vier-Tage-Woche der Wohlstand in unserem Land auf Dauer nicht zu erhalten ist, da müssen wir jetzt einfach mal ein bisschen mehr tun.“
Die englischsprachige Zeitung „Global Times“, die unter der Schirmherrschaft der Kommunistischen Partei Chinas steht, verbreitete den Videoausschnitt online. Der „FAZ“ zufolge habe sich allein der Hashtag „Der deutsche Bundeskanzler ist nach seiner Rückkehr aus China in Panik“ rund 48 Millionen Aufrufe erzielt.
Chinesische Medien interpretieren die Aussagen von Merz als Beleg für den Erfolg der chinesischen Wirtschaft. Die „Beijing Daily“, ebenfalls eine Zeitung der kommunistischen Partei, schreibt etwa, der Besuch von Merz in China habe „das europäische Verständnis von China aufgefrischt und das falsche Narrativ widerlegt, Chinas Spitzentechnologie werde durch Subventionen, ‚kostengünstige Nachahmung‘ oder gar ‚Plagiate‘ vorangetrieben“. Die Europäer hätten durch die Merz-Reise ein „pragmatisches, unternehmerisches, offenes und integratives China kennenlernen“ können.
Aber: Chinas Wirtschaftsleistung wächst weniger stark als in den Jahren zuvor. Vor allem der bisher sehr erfolgreiche Bausektor ist geschrumpft. Offiziellen Angaben zufolge liegt die Arbeitslosenquote in China bei 5,1 Prozent.
In Deutschland lag sie im Februar eineinhalb Prozentpunkte höher. China hat vor allem mit einer hohen Jugendarbeitslosenquote zu kämpfen. Diese liegt bei 18,8 Prozent. Hierzulande wird sie mit rund sechs Prozent angegeben.
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