Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat seinen China-Besuch mit der Besichtigung der Verbotenen Stadt in Peking fortgesetzt, die mehr als 500 Jahre lang als Kaiserpalast diente. In seinem Eintrag ins Gästebuch wünschte er Deutschland und China Tempo, Kraft und Energie für „ein Jahr der Zusammenarbeit und des Wachstums“. In China hat gerade das neue Jahr des Pferdes begonnen.

Merz ergänzte seinen Eintrag mit einem Zitat aus dem Gedicht „Sprüche des Konfuzius“ von Friedrich Schiller: „Dreifach ist der Schritt der Zeit / Zögernd kommt die Zukunft hergezogen / Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen / Ewig still steht die Vergangenheit.“

Ein Besuch in der Verbotenen Stadt gehört fest zum Programm der Besuche westlicher Staats- und Regierungschefs. Das Unesco-Weltkulturerbe wurde Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut. Es zählt mit 980 Gebäuden zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Chinas.

Merz und seine Wirtschaftsdelegation wurden von Dominic Hosner, Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Peking und Wang Xudong, Direktor des Palastmuseums, durch die Verbotene Stadt geführt. US-Präsident Donald Trump wurde bei seinem ersten Besuch 2017 noch von Staatspräsident Xi Jinping persönlich durch die Anlage geführt.

Am Vormittag wird Merz in die südchinesischen Metropole Hangzhou weiterreisen. Die Stadt mit ihren etwa 12,6 Millionen Einwohnern ist ein wichtiger Standort für Hightech-Unternehmen. Dort besucht Merz neben Unitree Robotics, einem chinesischen Hersteller menschenähnlicher Roboter, auch Siemens Energy, das in Hangzhou seit 1995 mit einem Standort für Hochspannungsschaltanlagen vertreten ist.

Merz will Beziehungen mit China wieder vertiefen

Merz hatte bei seinem Antrittsbesuch am Mittwoch Chinas Ministerpräsident Li Qiang und Staatspräsident Xi Jinping zu Gesprächen getroffen. Beide Seiten hatten dabei ihren Willen zur Vertiefung ihrer Beziehungen trotz vieler Streitpunkte vor allem im Wirtschaftsbereich geäußert. Für das Jahresende wurden deutsch-chinesische Regierungskonsultationen vereinbart.

Nach dem Treffen mit Präsident Xi kündigte Merz einen chinesischen Großauftrag für den europäischen Flugzeugbauer Airbus von bis zu 120 Maschinen an. Merz forderte die chinesische Führung bei dem Besuch auch erneut auf, bei den Bemühungen um eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ihren Einfluss geltend zu machen.

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