Mehr als 80 Filmschaffende, darunter Stars wie Javier Bardem und Tilda Swinton, haben in einem offenen Brief das „Schweigen“ der Berlinale zum Gaza-Krieg kritisiert.

Die Unterzeichner des Briefs, der am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin vorlag, zeigten sich „entsetzt“ über das „institutionelle Schweigen“ des Festivals und „bestürzt“ über dessen „Beteiligung an der Zensur von Künstlern, die Israels andauernden Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen ablehnen“.

Jurypräsident Wim Wenders hatte vergangene Woche auf einer Pressekonferenz auf eine Frage zum Nahost-Konflikt und zur Rolle des Festivals geantwortet: „Wir müssen uns aus der Politik heraushalten.“ Die indische Autorin Arundhati Roy sagte deswegen ihre Teilnahme an dem Festival ab.

Den offenen Brief unterzeichneten neben Filmstars wie Bardem und Swinton auch mehrere bekannte Filmemacher, unter ihnen der britische Regisseur Mike Leigh und sein US-Kollege Adam McKay. Viele der Unterzeichner waren auch schon mit eigenen Filmen auf der Berlinale vertreten.

Swinton war im vergangenen Jahr mit dem Goldenen Ehrenbären ausgezeichnet worden und drückte dabei ihren Respekt gegenüber die BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestition und Sanktionen) aus. Die Schauspielerin forderte wiederholt, israelische Medienschaffende zu boykottieren. Oscar-Preisträger Bardem verglich Israels Armee bereits mit Nazis. „Die IDF (israelischen Verteidigungsstreitkräfte) sind Nazis“, schrieb der spanische Schauspieler unter anderem in einem Beitrag auf Instagram.

In dem Brief erklärten die internationalen Künstler nun, sie seien entschieden anderer Meinung als Wenders: Das Kino und die Politik könnten nicht voneinander getrennt werden. „So wie das Festival in der Vergangenheit klare Stellungnahmen zu Gräueltaten abgegeben hat, die an Menschen im Iran und in der Ukraine verübt wurden, rufen wir die Berlinale auf, ihrer moralischen Pflicht nachzukommen und ihre Ablehnung von Israels Völkermord klar zum Ausdruck zu bringen“, heißt es in dem Schreiben weiter.

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