Nach siebenjähriger Bauzeit und Anfeindungen wurde Thüringens erster Moschee-Neubau am Samstag in Erfurt feierlich eingeweiht. Es ist der erste Moschee-Neubau in Ostdeutschland außerhalb von Berlin.

„Dass wir heute in dieser fertigen Moschee sitzen dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit. Der Weg war lang und von vielen Herausforderungen, Gesprächen und Prüfungen geprägt, umso größer ist unsere Dankbarkeit“, sagte der Präsident der Ahmadiyya-Gemeinde Thüringen, Suleman Malik, am Samstag beim Festakt vor rund 120 Gästen. Unter ihnen waren Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow sowie die Bischöfe Ulrich Neymeyr und Friedrich Kramer. Zuvor waren Verse aus dem Koran rezitiert worden. Angekündigte Proteste vor der Moschee blieben bei der Einweihung aus.

Malik erklärte, die neue Moschee solle ein Haus des Gebets, aber auch des Dialogs und des gegenseitigen Respekts sein: „Es soll Brücken bauen.“ Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) gratulierte per Videobotschaft und sprach von einem Tag großer Freude. Religion sei auch ein Ausdruck von Heimat, und er freue sich, dass die Ahmadiyya-Gemeinde hier Wurzeln geschlagen und Heimat gefunden habe.

Das islamische Gotteshaus der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde hat ein acht Meter hohes Zierminarett und ist der erste Moschee-Neubau in Ostdeutschland, außerhalb von Berlin. Der Grundstein war 2018 gelegt worden. Ende vergangenen Jahres wurde das Gebäude fertiggestellt. Es befindet sich in einem Gewerbegebiet am Stadtrand. Am Sonntag öffnet das Gebetshaus von 10 bis 18 Uhr seine Türen für eine größere Öffentlichkeit zum „Tag der offenen Moschee“.

Teils heftige Reaktionen

Seit der Ankündigung des Bauvorhabens 2016 hatte es immer wieder teils massive islamfeindliche Proteste gegeben. Moschee-Gegner errichteten meterhohe Protest-Kreuze und spießten im Sommer 2017 Schweinekadaver auf dem Gelände auf. Die christlichen Kirchen unterstützten das Bauvorhaben. Der Bau, zu dem neben Gebetsräumen auch eine Wohnung für den Imam gehört, wurde ausschließlich aus Spenden finanziert.

Die Ahmadiyya-Gemeinschaft versteht sich als weltweite islamische Reformbewegung, wird aber von vielen anderen muslimischen Strömungen nicht anerkannt und teils verfolgt. Bundesweit hat sie nach eigenen Angaben etwa 50.000 Mitglieder und unterhält mehr als 60 Moscheen. Zur Thüringer Gemeinde, die 1990 gegründet wurde, gehören rund 100 Mitglieder.

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