Chinas Außenminister Wang Yi hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine Wiederbelebung der Vereinten Nationen gefordert – und sich deutlich gegen Alleingänge einzelner Staaten auf der Welt gewandt. Ohne die USA beim Namen zu nennen, sagte Wang Yi laut offizieller Übersetzung: „Multilateralismus sollte immer gefördert und gestärkt werden. Es darf nicht passieren, dass einige Länder andere dominieren.“
Der Minister rief die internationale Staatengemeinschaft auf, das System der Vereinten Nationen zu revitalisieren und zu reformieren. „Wir haben nicht das Recht, es zu zerstören.“ Die Uno sei in der jetzigen Form zwar nicht perfekt, aber immer noch das beste und mächtigste Instrument, das es auf der Welt gebe. Und die Plattform, auf der alle Nationen, unabhängig von Größe und Wohlstand, eine Stimme hätten und die gleichen Rechte.
„Ohne die Uno würden wir zurückkommen zu einem Recht des Stärkeren, wo die Stärkeren die Schwachen besiegen und bestimmen“, warnte Wang Yi. „Wir leben in einer multilateralen Welt und das müssen wir weiter so verfechten. Das muss die internationalen Beziehungen dominieren“, betonte er.
„Wir sind keine Rivalen“
Alle Länder müssten die gleichen Rechte haben, aber auch die gleichen Regeln beachten. Das gelte für große Länder, für kleine und für mittlere Länder. Zwar sei es richtig, dass „manche Länder eine Führungsrolle übernehmen bei der Einhaltung dieser Regeln“, aber „es kann nicht sein, dass andere ihren Willen aufzwingen“.
Beispielsweise warnte Wang Yi, im Iran wirkten sich Probleme direkt auf den Nahen Osten aus. „Und da müssen wir vorsichtig sein. Wir müssen vermeiden, neue Konflikte zu schaffen.“ China wolle bei alledem Partner sein, versicherte der Außenminister. „Wir sind keine Rivalen.“
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