Bei einem Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee am Rande der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind nach Angaben der Polizei mindestens 31 Menschen getötet und rund 170 weitere verletzt worden. Rettungskräfte und Augenzeugen berichteten, einige der Verletzten seien in kritischem Zustand. Fernsehbilder und Aufnahmen in sozialen Medien zeigten Polizisten und Anwohner, die Verletzte in nahe gelegene Krankenhäuser brachten. Der stellvertretende Verwaltungschef in Islamabad, Irfan Memon, und die Polizei sprachen von einem Anschlag. Medien meldeten teils unterschiedliche Opferzahlen.

Präsident Asif Ali Zardari und Ministerpräsident Shehbaz Sharif verurteilten die Attacke und sprachen den Familien der Opfer in separaten Mitteilungen ihr Beileid aus. Zardari erklärte: „Unschuldige Zivilisten anzugreifen ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“ Das Land stehe den betroffenen Familien bei.

Innenminister Mohsin Naqvi, Zardari und Sharif forderten die Behörden auf, für die bestmögliche Versorgung der Verletzten zu sorgen. Sharif teilte mit, er habe umfassende Ermittlungen angeordnet, um die Verantwortlichen zu identifizieren und zu bestrafen. Zum Zeitpunkt des Anschlags nahm Sharif in Islamabad gerade zusammen mit dem usbekischen Präsidenten Schawkat Mirsijojew an einer Veranstaltung teil.

Erst am 11. November waren bei ‍einem ⁠zwölf Menschen ‌getötet und 27 ‌weitere verletzt worden. ‌Zu diesem Anschlag, der nach pakistanischen Angaben von einem ​afghanischen Staatsbürger verübt wurde, hat sich bislang ‍keine ⁠Gruppe bekannt.

Zunächst reklamierte niemand die Tat für sich. Der Verdacht dürfte jedoch auf die pakistanischen Taliban (TTP) oder die Terrorgruppe Islamischer Staat fallen, die immer wieder Anschläge auf die schiitische Minderheit verübt haben. Extremisten und Separatisten greifen in Pakistan häufig Sicherheitskräfte und Zivilisten an.

Im November hatte ein Selbstmordattentäter vor einem Gericht in Islamabad mindestens zwölf Menschen in den Tod gerissen. Vor etwa einer Woche hatte die Separatistengruppe BLA in der Provinz Baluchistan bei mehreren Angriffen etwa 50 Menschen getötet. In Reaktion auf die Angriffe töteten die Sicherheitskräfte anschließend mehr als 200 mutmaßliche Separatisten, die das Militär als Terroristen bezeichnete.

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