AfD-Chefin Alice Weidel sorgte im vergangenen Jahr mit ihrem Ruf nach einem Abriss der „Windmühlen der Schande“ bei Politik und Wirtschaft für Empörung. Nun legt die AfD nach: Mit Anträgen im Bundestag und einem eigenen „Windkraft-Symposium“ nimmt sie erneut die erneuerbaren Energien ins Visier.

Am Freitag standen im Bundestag fünf Anträge der Fraktion zur Beratung auf der Tagesordnung — alle mit einem Ziel: dem Ausbau der erneuerbaren Energien ein Ende zu setzen. Die offizielle Begründung lautet, man wolle Kommunen, Landschaft und Natur schützen. Besonders um die Insektenbiomasse und -vielfalt sorgt sich die Fraktion, auch ein Fledermaussterben soll verhindert werden.

„Es geht ihnen in Wirklichkeit doch nicht um Artenvielfalt. Es geht ihnen darum, Zweifel zu sähen, Angst zu schüren und am Ende wieder dort zu landen, wo sie immer landen: bei ihren ewiggestrigen energiepolitischen Fantasien“, warf der CDU-Abgeordnete Klaus Mack im Plenum der AfD vor. Philipp Rottwilm von der SPD scherzte, es sei „amüsant, wenn die AfD über Nacht zur Naturschutzpartei wird“.

In der Rede der AfD-Abgeordneten Carolin Bachmann wurde dann deutlich, worum es eigentlich ging: „Es war ein schwerer Fehler, 17 sichere Kernkraftwerke abzuschalten“, sagte sie. Etwa eine Stunde und 20 Minuten wurde im Plenum darüber debattiert — offenbar zu wenig für die Partei.

Deshalb plant die AfD für das kommende Wochenende ein „Windkraft-Symposium“ im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Abgeordnete und externe Sachverständige sollen dort über die „Wahrheit zur Windkraft“ sprechen. Ein Blick auf die Tagesordnung zeigt, welche Experten dafür geladen wurden.

Einer von ihnen ist der Physiker Peter F. Mayer, der während der Corona-Pandemie als prominenter Vertreter der österreichischen Impfgegner-Szene in Erscheinung trat. In Berlin soll er nun über die Schäden der Windkraft für Vögel, Fledermäuse und Insekten referieren. Ebenfalls kommen sollen „EU-Klimawahnsinn-Exklusiv“-Autor Klaus H. Richardt, der Geologe und AfD-Landtagsabgeordnete Marcus Resch oder Autor Michael Limburg, der vor allem durch sein Abstreiten des Klimawandels bekannt wurde.

Dabei war der Aufschrei der Wirtschaft – laut AfD eine der Top-Prioritäten der Partei – groß, als Alice Weidel auf dem Bundesparteitag im Januar 2025 rief: „Wir reißen alle Windkraftwerke nieder! Nieder mit diesen Windmühlen der Schande!“ Und dennoch: Erneuerbare Energien bleiben innerhalb der Partei das Feindbild – ein Symbol für grüne Politik, die es zurückzudrehen gelte.

Pauline von Pezold ist Reporterin beim Newsletter „Playbook“ von „Politico“ Deutschland.

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