Im aktuellen Streit um Grönland schrillen bei dieser Aussage in Reykjavík alle Alarmglocken: Billy Long, der designierte US-Botschafter für Island, scherzte im US-Parlament, dass der nordische Inselstaat der 52. Bundesstaat der USA sein werde – und er der Gouverneur. Der Republikaner vertrat von 2011 bis 2023 den Bundesstaat Missouri im US-Repräsentantenhaus und war im Jahr 2025 kurzzeitig Commissioner der Bundessteuerbehörde.

Was als Scherz gemeint war, bringt auf Island im aktuell angespannten Verhältnis zwischen Dänemark und den USA offenbar niemanden zum Lachen. Die Regierung in Reykjavík verlangt von Long eine Klarstellung. „Das isländische Außenministerium hat die US-Botschaft in Island kontaktiert, um die Richtigkeit der angeblichen Äußerungen zu überprüfen“, teilte das isländische Außenministerium gegenüber „Politico“ mit, das wie WELT zu Axel Springer gehört.

Die Isländer haben zudem nach der verstörenden Aussage eine Petition gestartet. In dieser fordern sie Außenministerin Katrín Gunnarsdóttir auf, Long als Botschafter abzulehnen. 2000 Personen haben laut „Politico“ bereits unterschrieben. „Diese Worte von Billy Long, den Donald Trump als Botschafter für Island nominiert hat, mögen halbherzig geäußert worden sein, aber sie sind eine Beleidigung für Island und die Isländer, die für ihre Freiheit kämpfen mussten und immer ein Freund der Vereinigten Staaten waren“, heißt es. Sie fordern Gunnarsdóttir dazu auf, einen anderen Mann zu nominieren, „der Island und den Isländern mehr Respekt entgegenbringt“.

Long teilte unterdessen mit, dass er lediglich einen Scherz gemacht habe. „Das war nichts Ernstes, ich war mit ein paar Leuten zusammen, die ich seit drei Jahren nicht mehr gesehen hatte, und sie scherzten darüber, dass Jeff Landry Gouverneur von Grönland sei, und dann fingen sie an, Witze über mich zu machen, und falls sich jemand dadurch beleidigt gefühlt hat, dann entschuldige ich mich“, sagte Long laut der Nachrichtenseite „Arctic Today“.

Sigmar Guðmundsson, Abgeordneter für die isländische Partei Viðreisnar, sagte gegenüber der Lokalzeitung „MBL“, dass die Äußerung von Long durchaus ernst zu nehmen seien: „Es versteht sich von selbst, dass dies für ein kleines Land wie Island äußerst ernst ist. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass alle Sicherheitsargumente, die die Amerikaner gegen Grönland vorbringen, auch für Island gelten. Es geht um die Lage dieser beiden Inseln.“

Island befindet sich östlich von Grönland und knapp südlich des Polarkreises. Geografisch gehört der Inselstaat mit rund 400.000 Einwohnern zu Nordeuropa und ist damit der am dünnsten besiedelte Staat Europas. Die Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Erde. Hinsichtlich Lebensstandard und Pro-Kopf-Einkommen ist Island einer der führenden Staaten weltweit.

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