Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kritisiert in einem Gastbeitrag in der Wochenzeitung „Zeit“ die US-Pläne zur Übernahme Grönlands. Er teile die Einschätzung, wonach die „dominante Rolle Russlands“ in der Arktis sowie die „schnell wachsende chinesische Marine“ die Sicherheit im Nordatlantik gefährde.
„Eine nachhaltige Antwort kann für Washington jedoch nicht darin bestehen, Grönland unter gravierender Verletzung der Grundprinzipien des internationalen Miteinanders zu annektieren“, schreibt Pistorius. Die US-Regierung sollte vielmehr erkennen, dass „durch die bündnisgemeinsame Verteidigung der Sicherheit in Arktis und im Nordatlantik den legitimen Interessen der USA am meisten gedient ist“.
Einer hochgerüsteten Militärmacht mit dem – neben den Vereinigten Staaten – größten Nukleararsenal weltweit sei nur mit strategischer Klarheit, vereinter Stärke und langem Atem zu widerstehen. Zentral seien daher Geschlossenheit und Entschlossenheit derjenigen, die dieser Kampfansage international standhalten, „die bereit sind, die antiwestliche Agitation nachhaltig zu entzaubern und die den schwankenden Staaten in Afrika oder im Mittleren Osten attraktivere Alternativen bieten können. Und die sich den gewaltsamen Grenzverschiebungen, wenn nötig auch militärisch, entgegenstellen“, so Pistorius.
Trump hat in den vergangenen Tagen wiederholt Ansprüche auf Grönland angemeldet. Die Grönländer selbst und viele europäische Politiker hatten dies zurückgewiesen. Pistorius betont, die Allianz verfüge über entsprechende Einsatzpläne. Es zeige sich – „auch für Washington“ – der Mehrwert eines seit Jahrzehnten eingespielten transatlantischen Verteidigungsbündnisses. Diesen Mehrwert gelte es zu stärken.
„Alleingänge sind die schlechtere Alternative und gefährden den Fortbestand der Nato“, schreibt Pistorius weiter. Der Nato-Gipfel in Ankara im kommenden Juli müsse auch bezüglich der Arktis „ein Signal der Geschlossenheit und Solidarität senden“.
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