Die moldauische Präsidentin Maia Sandu hat sich für eine Vereinigung ihres Landes mit dem EU- und Nato-Mitglied Rumänien ausgesprochen, um die Demokratie vor dem Druck Russlands zu schützen. Sollte es dazu ein Referendum geben, würde sie für die Vereinigung stimmen, sagte Sandu in einem Interview für den britischen Podcast „The Rest is Politics“. „Schauen Sie sich an, was in der Welt geschieht. Für ein kleines Land wie Moldau wird es immer schwieriger, als Demokratie, als souveränes Land zu überleben und natürlich Russland zu widerstehen.“
Sandu räumte in dem am Sonntag ausgestrahlten Interview jedoch ein, dass derzeit die meisten Moldauer ihre Position nicht unterstützten. Jüngsten Umfragen zufolge befürwortet nur etwa ein Drittel der Bevölkerung eine Wiedervereinigung mit Rumänien. Die Integration in die Europäische Union sei ein „realistischeres Ziel“, fügte die Präsidentin hinzu. Ihre Regierung strebt einen EU-Beitritt bis 2030 an, muss dafür jedoch schwierige Reformen umsetzen. Zudem sieht sich das Land erheblichem Druck aus Russland ausgesetzt, das einen EU-Beitritt der Republik Moldau ablehnt.
Sandu, deren proeuropäische Regierungspartei im vergangenen September ein neues Mandat erhielt, hat Russland wiederholt vorgeworfen, sich in die inneren Angelegenheiten der ehemaligen Sowjetrepublik einzumischen. Das Land hat rund 2,4 Millionen Einwohner und damit weniger als die deutsche Hauptstadt mit 3,9 Millionen Bewohnern. Die Mehrheit der Moldauer spricht rumänisch, eine Minderheit russisch. Noch bis 2020 waren in der Republik Moldau prorussische Sozialisten an der Macht.
Die an die Ukraine grenzende Republik Moldau war in der Zwischenkriegszeit Teil Rumäniens, wurde aber während des Zweiten Weltkriegs von der Sowjetunion annektiert. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion erlangte sie 1991 ihre Unabhängigkeit. Rund 1,5 Millionen Menschen besitzen die rumänische Staatsbürgerschaft.
Im Osten der Republik Moldau hat sich das überwiegend prorussische separatistische Transnistrien abgespalten. Der schmale Landstrich an der Grenze zur Ukraine wird von Russland unterstützt und anerkannt, gilt international aber nicht als unabhängiger Staat.
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