Sieht sich US-Präsident Donald Trump infolge des erfolgreichen US-Militäreinsatzes in Caracas als Staatschef von Venezuela? Zumindest scheint es ihm zu gefallen, genau damit zu kokettieren: Auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte Trump einen Screenshot im Stil des Online-Lexikons Wikipedia, der ihn als „amtierenden Präsidenten von Venezuela“ beschreibt. In der Zeile darunter heißt es dann korrekt, er sei auch der 45. und 47. Präsident der USA.
Trump postet immer wieder provokative oder auch augenzwinkernde Inhalte. So veröffentlichte er zum Beispiel auch Fotomontagen, die ihn mit Krone als König zeigten als Reaktion auf die Proteste in den USA mit dem Motto „No Kings“ („Keine Könige“). Trumps Post zu Venezuela scheint mit der Frage zu spielen, wer dort nun letztlich das Sagen hat – keine grundlose Frage.
Das US-Militär griff Anfang Januar Ziele in der venezolanischen Hauptstadt Caracas an und nahm in einer Kommandoaktion Präsident Nicolás Maduro fest. Er wurde in die USA gebracht, wo er sich wegen angeblicher Drogendelikte vor Gericht verantworten muss.
Venezuela wird inzwischen von der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez geführt, die zuvor Vizepräsidentin unter Maduro war. Trump zufolge stimmt sie sich regelmäßig mit seiner Regierung über den künftigen Kurs des Landes ab, etwa in Gesprächen mit Außenminister Marco Rubio. Die Regierung in Caracas betont hingegen, sie sei nicht an Anweisungen von außen gebunden.
Kürzlich erst lobte Trump die Zusammenarbeit mit der neuen Regierung. „Venezuela entwickelt sich wirklich gut. Wir arbeiten sehr gut mit der Führung zusammen“, sagte er am Sonntag vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Er erklärte zudem, sich „zu einem gewissen Zeitpunkt“ mit Rodríguez treffen zu wollen.
Treffen mit Machado noch diese Woche geplant
Trump kündigte zudem ein Treffen mit der venezolanischen Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado am Dienstag oder Mittwoch an. Zuletzt hatte der US-Präsident eine Spitzenposition für Machado im künftigen Venezuela ausgeschlossen. „Sie hat nicht die Unterstützung und den Respekt im Land“, sagte er kurz nach der Entmachtung von Präsident Nicolás Maduro.
Die USA hatten Anfang Januar einen Militärangriff gegen Venezuela ausgeführt und Präsident Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores gefangen genommen. Dem linksgerichteten langjährigen Staatschef soll in den USA wegen „Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden. Bei einem ersten Gerichtstermin vergangene Woche in New York plädierten Maduro und Flores auf nicht schuldig. Tatsächlich geht es Trump laut Beobachtern vor allem darum, die USA an Gewinnen aus den venezolanischen Ölvorkommen zu beteiligen.
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