Jette Nietzard sorgt zum Jahreswechsel mit einem Beitrag auf X für großes Aufsehen. Die frühere Bundessprecherin der Grünen Jugend schrieb am Silvesterabend: „Männer, die ihre Hand beim Böllern verlieren, müssen zumindest keinen Wehrdienst leisten“.
Der Beitrag sorgt bei X für reges Interesse. Mehr als 130.000 Mal wurde er bislang angezeigt, 650 Kommentatoren tummelten sich unter ihrem Tweet. Ein User schrieb: „Frauen, die den Vorsitz bei der Grünen Jugend verlieren, könnten zumindest aufhören, immer solche peinlichen Videos (sic!) zu posten.“
Der Satz knüpft erkennbar an ihre Aussage von der letzten Silvesternacht 2024/25 an. Damals schrieb sie: „Männer, die beim Böllern eine Hand verlieren, können zumindest keine Frauen mehr schlagen.“
Sie löschte den Beitrag später und schrieb: „Hab meinen Tweet gelöscht. Wäre gut über systematische Lösungen für häusliche Gewalt zu sprechen, statt über gekränkte Männeregos. Jede 4. Frau wird Opfer durch (Ex)Partner. Hoffe da diskutiert ihr auch so leidenschaftlich mit.“
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Mit dem neuen Post verlagert sie den Bezug auf das neu eingeführte Wehrdienstgesetz. Das bedeutet für alle 18-jährigen Männer und Frauen, dass sie ab Anfang 2026 einen Fragebogen erhalten sollen, mit dem ihre Eignung und ihre Motivation für die Bundeswehr erhoben wird. Männer müssen diesen dann verpflichtend ausfüllen, Frauen können ihn freiwillig abgeben.
Zwei Menschen sterben, 14-Jähriger verliert linke Hand
Unabhängig davon kann ihr aktueller Tweet fraglos in der Kategorie „pietätlos“ eingestuft werden. Denn auch in dieser Silvesternacht haben sich zahlreiche Personen beim Umgang mit Pyrotechnik schwer, teils sogar tödlich, verletzt.
In Bielefeld kamen in der Silvesternacht zwei 18-Jährige bei Unfällen mit selbstgebauter Pyrotechnik ums Leben. Die jungen Männer erlitten tödliche Gesichtsverletzungen, wie die Polizei mitteilte.
In der Nähe von Rostock verlor ein 14-Jähriger durch einen explodierten Böller seine linke Hand. Der Junge kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.
In Leipzig wurde ein 16 Jahre altes Mädchen beim Versuch, einen in Deutschland nicht zugelassenen Silvesterböller zu entzünden, schwer an der Hand verletzt. Die Jugendliche verlor durch die Explosion den kleinen Finger und Teile des Ringfingers, wie die Polizei mitteilte.
In Berlin wurden am diesjährigen Silvesterabend im Unfallkrankenhaus bis 22.30 Uhr fünf Menschen mit Böllerverletzungen in der Notaufnahme aufgenommen. Zwei davon seien schwer verletzt, teilte die Klinik auf X mit.
Im vergangenen Jahr kostete Leichtsinn mit Feuerwerk deutschlandweit insgesamt fünf Männer das Leben. Zahlreiche Menschen erlitten teils schwere Verletzungen.
Nietzard hatte sich im Oktober aus dem Bundesvorstand der Grünen Jugend verabschiedet. Nach Informationen des „Tagesspiegel“ arbeitet die frühere Sprecherin seit dem 1. Dezember im Bundestagsbüro der Grünen-Abgeordneten Lena Gumnior.
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