Wegen eines mutmaßlichen Putschversuchs drohen Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro 40 Jahre Haft. Der Oberste Gerichtshof sieht erhöhte Fluchtgefahr und zieht die Überwachungsmaßnahme beim Rechtsaußen-Politiker noch einmal an.
Der Oberste Gerichtshof in Brasilien hat die polizeiliche Überwachung des wegen eines mutmaßlichen Putschversuchs angeklagten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro nochmals verschärft. Richter Alexandre de Moraes ordnete an, dass "die Innenräume und Kofferräume aller Fahrzeuge", die die Residenz des ehemaligen Staatschefs in der Hauptstadt Brasília verlassen, durchsucht werden müssen.
Er verlangte außerdem die Überwachung der Außenbereiche der Residenz, die an die Nachbarhäuser grenzen, wie aus einem Gerichtsdokument hervorgeht, das die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte. Moraes verwies dabei auf einen Antrag der Strafvollzugsbehörde, die vor "blinden Flecken" bei der Überwachung gewarnt hatte.
Der Oberste Gerichtshof hatte Anfang der Woche bereits eine lückenlose Überwachung des Ex-Präsidenten angeordnet. Bolsonaro musste zuvor bereits eine elektronische Fußfessel tragen und wurde unter Hausarrest gestellt.
Der Rechtsaußen-Politiker, der von 2019 bis 2022 Staatschef Brasiliens war, muss sich vor dem Obersten Gerichtshof wegen eines mutmaßlichen Putschversuchs verantworten. Ihm drohen bis zu 40 Jahre Haft. Der Prozess soll Anfang September in seine Endphase gehen.
Der Prozess gegen Bolsonaro hat eine diplomatische Krise zwischen Brasilien und den USA ausgelöst. US-Präsident Donald Trump, der als enger Verbündeter Bolsonaros gilt, kritisierte das Verfahren als "Hexenjagd". Ende Juli verhängte die US-Regierung Sanktionen gegen Richter Moraes und verhängte Zölle in Höhe von 50 Prozent gegen Brasilien.
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