Mit der Aktivrente will die Bundesregierung ältere Menschen überzeugen, auch nach dem Renteneintritt weiterzuarbeiten. Obwohl es erhebliche Zweifel daran gibt, ob das klappt, soll dieser Plan offenbar schnell umgesetzt werden.
Die von den Spitzen der Koalitionsfraktionen beschlossene Aktivrente soll offenbar schon in wenigen Monaten in Kraft treten. Als Starttermin werde der 1. Januar 2026 angepeilt, berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Unionskreise. Die Regelung müsse zum Jahreswechsel greifen, hieß es.
Mit der Aktivrente solle älteren Arbeitnehmern die Möglichkeit gegeben werden, auch über das reguläre Renteneintrittsalter weiterzuarbeiten und 2000 Euro monatlich steuerfrei zu verdienen, hieß es weiter. Am Freitag hatten Koalitionsspitzen von CDU, CSU und SPD ein umfassendes Rentenpaket beschlossen, das noch in diesem Jahr verabschiedet werden soll und auch die Aktivrente umfasst.
IW ist skeptisch
Das wirtschaftsnahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hatte Zweifel geäußert, ob die Aktivrente, wie von der Regierung erhofft, tatsächlich mehr Menschen im Rentenalter zum Arbeiten bringt. "IW-Befragungen zeigen, dass für die meisten Beschäftigten, die über ihre Regelaltersgrenze hinaus arbeiten wollen, Motive wie Spaß an der Arbeit und soziale Kontakte überwiegen", erklärte IW-Rentenexpertin Ruth Schüler Anfang August. "Finanzielle Motive spielen eine untergeordnete Rolle." Zudem zeigten Studien: Wer einmal im Ruhestand sei, fange eher selten an, wieder zu arbeiten.
Das IW verweist darauf, dass zum Jahresende 2023 etwas mehr als 600.000 Rentner und Selbstständige jenseits der Regelaltersgrenze weitergearbeitet hätten. Der Großteil von ihnen habe dabei weniger als 24.000 Euro im Jahr verdient.
Allerdings sei es bei den im Alter aktiven Selbstständigen vielfach deutlich mehr: Mehr als die Hälfte von ihnen habe ein Erwerbseinkommen von mehr als 24.000 Euro und verdiente im Schnitt jährlich rund 68.000 Euro. Allein die Aktivrente für diese Gruppe würde nach IW-Berechnungen knapp 1,2 Milliarden Euro kosten, weil dem Staat Steuereinnahmen entgehen.
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