Die Attacken auf diverse russische Ölraffinerien durch die ukrainischen Streitkräfte zeigen Wirkung. Wissenschaftler einer Denkfabrik sehen einen steigenden Inflationsdruck im Land. Militärblogger sind derweil unzufrieden mit der Performance der Flugabwehr.
Das Institut für Kriegsstudien (ISW) geht in einer aktuellen Analyse davon aus, dass die anhaltenden Angriffe der Ukraine auf russische Ölraffinerien wahrscheinlich dazu beitragen werden, die Inflation zu erhöhen. Dies könne zu weiterer makroökonomischer Instabilität führen, schreibt die US-Denkfabrik.
Die ukrainischen Streitkräfte hatten in der Nacht zu Donnerstag die Ölraffinerien Afipsky und Kuybyschewskji attackiert. Laut Angaben aus der Armee sollen sie für fast fünf Prozent des Gesamtvolumens der russischen Ölraffinerien stehen.
Der Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andrij Kowalenko, teilt auf Telegram mit, dass die beiden Anlagen entscheidend für die russische Kriegsmaschinerie seien. Wie stark die Schäden dort sind, ist allerdings bislang nicht bekannt.
In den Wochen zuvor hatte die Ukraine zudem diverse weitere Raffinerien attackiert. Manche russische Militärblogger beklagten zuletzt mit teilweise deutlichen Worten in Richtung der russischen Führung, dass die Flugabwehr nicht fähig sei, kritische Infrastruktur zu schützen.
"Engpässe verschärft"
Der Kreml hat in dieser Woche laut ISW zur Stabilisierung des Treibstoffmarktes das Verbot von Benzinexporten für Produzenten bis zum 30. September verlängert. Nicht-Produzenten wurden die Exporte gar bis zum 31. Oktober untersagt.
Zuletzt hatten Bilder für Aufsehen gesorgt, die kilometerlange Schlangen vor Tankstellen in einigen Regionen zeigten. Kunden mussten dort stundenlang warten und konnten mancherorts nicht mal volltanken.
"Die jüngsten ukrainischen Angriffe haben die Engpässe verschärft und zu einem Anstieg der Benzinpreise in ganz Russland und in den besetzten Teilen der Ukraine geführt", heißt es vom ISW. Wahrscheinlich führe dies gepaart mit Preisspitzen zu höheren Verbraucherpreisen und steigenden Geschäftskosten in verschiedenen Branchen. Dies könne laut der US-Denkfabrik durch die Erhöhung direkter als auch indirekter Kosten in der gesamten Wirtschaft die Gesamtinflation anheizen und weitere Instabilität schaffen. Steigende Preise sind in Russland bereits seit längerer Zeit ein Thema und eine Belastung für die Bevölkerung.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke