In der Nähe der Ostsee-Insel Bornholm werden vor drei Jahren Leitungen der Nord-Stream-Pipelines sabotiert. Russland macht die Ukraine, USA und Großbritannien dafür verantwortlich, die wiederum Moskau verdächtigen. Jetzt sind Berichten zufolge die Schuldigen ausgemacht. Moskau reicht das nicht.
Der Kreml hat die Festnahme eines Ukrainers im Zusammenhang mit der Sabotage an den Nord-Stream-Gaspipelines als Fortschritt begrüßt. "Es ist zweifellos befriedigend, dass die Ermittlungen laufen, und wir wollen hoffen, dass sie tatsächlich zu Ende geführt werden und nicht nur die Täter, sondern auch die Hinterleute dieser Terrorakte genannt werden", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Russland sei an den Ermittlungen aber weiterhin nicht beteiligt, beklagte er. Peskow gab an, es habe keinen Kontakt zwischen Moskau und den deutschen Ermittlern gegeben.
In Italien war vergangene Woche ein Ukrainer während seines Urlaubs festgenommen worden. Das Land verweigert jedoch bislang die Auslieferung des Mannes nach Deutschland. Bei dem Beschuldigten handelte es sich mutmaßlich um einen der Koordinatoren der Operation", teilte die Bundesanwaltschaft mit.
Inzwischen ist es deutschen Behörden einem Medienbericht zufolge gelungen, alle Mitglieder des Kommandos zu identifizieren, das für die Sabotage der Nord-Stream-Pipelines im September 2022 verantwortlich sein soll. Es gehe um insgesamt sieben ukrainische Tatverdächtige, hatte die "Die Zeit" am Mittwoch unter Verweis auf gemeinsame Recherchen mit der "Süddeutschen Zeitung" und der ARD berichtet. Gegen sechs von ihnen lägen Haftbefehle vor. Der siebte soll im Dezember 2024 in der Ost-Ukraine bei Kämpfen gegen die russische Armee getötet worden sein. Doch wer die Hinterleute und Beteiligten waren, dazu sagen die Ermittler bisher nichts.
Russland wirft der ukrainischen Regierung seit Langem vor, für die Sabotage verantwortlich zu sein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat diese Anschuldigungen zurückgewiesen und erklärt, seine Regierung habe von den Anschlagsplänen nicht gewusst.
Verdächtigungen in verschiedene Richtungen
Ende September 2022 waren mehrere Explosionen in der Nähe der dänischen Ostsee-Insel Bornholm registriert und wenig später vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen der Nord-Stream-Pipelines entdeckt worden. Die Behörden in Schweden, Deutschland und in Dänemark nahmen die Ermittlungen auf und kamen zu dem Schluss, dass die Detonationen durch Sabotage hervorgerufen wurden.
Verdächtigungen gingen anschließend in verschiedene Richtungen, darunter auch gen Moskau. Die russische Führung hatte diese Vorwürfe stets zurückgewiesen und ihrerseits unter anderem die Geheimdienste aus den USA und Großbritannien für den Anschlag verantwortlich gemacht.
Die Nord-Stream-Pipelines unter der Ostsee waren für den Transport von russischem Gas nach Deutschland gebaut worden. Gas floss allerdings schon vor der Sprengung nicht mehr durch die Leitungen. Nach Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte Russland die Lieferungen über Nord Stream schrittweise gedrosselt und Anfang September 2022 völlig eingestellt; angeblich wegen technischer Probleme. Beobachter vermuteten, dass damit der Druck auf den Westen und insbesondere Deutschland erhöht werden sollte, wegen des Kriegs erlassene Sanktionen gegen Russland zurückzunehmen.
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