Das Verhältnis zwischen Kiew und Budapest ist bereits angespannt. Vergangene Woche beschädigt die Ukraine eine wichtige russische Pipeline. Ungarn verhängt daraufhin ein Einreiseverbot gegen den Verantwortlichen. Präsident Selenskyj reagiert darauf mit scharfen Worten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte Ungarn nach den russischen Angriffen auf Kiew mit mindestens 17 Toten. Inmitten der Folgen der Angriffe erlebe die Ukraine "einen weiteren Versuch ungarischer Politiker, Schwarz als Weiß darzustellen und die Schuld für den andauernden Krieg auf die Ukraine abzuwälzen", schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. Und das, obwohl die Ukraine anders als Russland alle Friedensbemühungen westlicher Staaten unterstütze.

Auch nach den jüngsten russischen Attacken seien Beileidsbekundungen aus Budapest ausgeblieben. Stattdessen höre die Ukraine jeden Tag neue Anschuldigungen aus Ungarn. "Ungarische Beamte sind sogar so weit gegangen, Mitglieder der ungarischen Gemeinschaft in der Ukraine wegen ihrer Beteiligung an der Verteidigung unseres Staates und unseres Volkes zu diskriminieren", teilte Selenskyj mit.

Selenskyj bezieht sich damit auf das dreijährige Einreiseverbot, das Ungarn als Reaktion auf ukrainische Angriffe gegen den Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, verhängt hat. "Der jüngste schwere Luftangriff auf die Erdölpipeline 'Druschba' war ein Angriff auf die Souveränität Ungarns", teilte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto in einer Erklärung mit, die die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI veröffentlichte.

Öl fließt nach Angriff auf Druschba-Pipeline wieder

Die Ukraine hat die Druschba-Pipeline mehrmals angegriffen. Vergangene Woche beschädigte die ukrainische Armee die Ölpumpstation Nikolskoje im zentralrussischen Gebiet Tambow durch einen Drohnenangriff erheblich. Inzwischen fließt nach ungarischen Angaben aber wieder russisches Öl durch die Pipeline nach Ungarn und in die Slowakei.

"Die Ukraine ist sich im Klaren darüber, dass die Pipeline 'Druschba' für die Energieversorgungssicherheit Ungarns unabdingbar ist", erklärte Szijjarto. Der jüngste Angriff sei so schwer gewesen, dass Ungarn wegen der langen Dauer der Reparaturarbeiten beinahe auf seine strategischen Reserven hätte zurückgreifen müssen. Die Einreisesperre für den ukrainischen Drohnentruppenchef Browdi bestehe für den gesamten Schengen-Raum, fügte Szijjarto hinzu.

Ungarn und die Slowakei beziehen trotz des seit dreieinhalb Jahren andauernden Angriffskriegs gegen die Ukraine weiterhin Öl aus Russland. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban verfolgt zudem weiterhin eine kremlfreundliche Politik. Eigene Sanktionen gegen Russland hat Budapest nicht verhängt und die der EU in der Vergangenheit wiederholt blockiert.

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